Vier Jahre eingesperrt: Das Horrorhaus von Spanien
Shownotes
Von außen wirkt es wie ein Urlaubsidyll: ein rosa Haus in Nordspanien, Palmen im Garten, Sonne über Oviedo, doch hinter geschlossenen Rollläden sollen drei Kinder fast vier Jahre lang im Halbdunkel gelebt haben. Zwischen Müll, Masken, Windeln und Corona-Angst entsteht ein Fall, der zeigt, wie aus elterlicher Furcht ein Kinder-Albtraum werden kann.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Bevor wir richtig einsteigen, gibt's heute mal wieder eine Trigger-Warnung.
00:00:03: Vor allem für die Eltern unter euch.
00:00:05: Dieser Fall kann einem echt unter die Haut und an die Nieren gehen.
00:00:12: Mehrere Kinder werden jahrelang eingesperrt.
00:00:15: Und alles was eine Kindheit ausmacht wird ihnen vorenthalten.
00:00:18: Draußen im Garten spielen, andere Kinder kennenlernen, Rumtoben die Welt erkunden, im See schwimmen, im Wald versteck spielen.
00:00:28: Denn die Kinder über die wir heute sprechen Die leben die meiste Zeit im Halbdunkeln.
00:00:33: Zusammen mit einer kranken Katze und dem Mitten von Müll, und ihre einzigen Kontaktpersonen sind ihre Eltern.
00:00:41: Eltern, die selbst offenbar große Probleme haben und vom Leben komplett überfordert sind.
00:00:47: Nach allem was man inzwischen weiß hatten sie vor allem eines – Angst!
00:00:53: Und Sie übertragen diese Angst auf Ihre Kinder und fügen ihnen damit einen massiven Schaden zu.
00:00:59: So massiv dass sie Staatsanwaltschaft Die Anwälte der Eltern plädieren andererseits auf Freispruch.
00:01:08: Schon allein, wie sehr diese beiden Forderungen auseinandergehen zeigt – dass dieser Fall ein besonders ungewöhnlicher ist!
00:01:17: Und
00:01:24: ich bin Farina Kianse.
00:01:25: Willkommen, schön dass ihr wieder mit dabei seid!
00:01:27: Vorweg lasst mich wie immer kurz sagen das wir uns über eure Kommentare Likes und Empfehlungen freuen.
00:01:33: Wir freuen uns wirklich immer wieder über die zahlreichen Kommentare unter den Folgen und an dieser Stelle möchte ich mich damit einmal schon mal bei euch bedanken.
00:01:58: Laut dem Statistischen Bundesamt leben im Moment mehr als einhundert und zwanzigtausend Deutsche in Spanien, die meisten wahrscheinlich aus Sonnenhunger wegen der entspannten Art der Spanierinnen.
00:02:08: Und weil das Leben dort etwas günstiger ist als in Deutschland.
00:02:13: Das Paar von dem wir heute erzählen hatte allerdings ganz andere Gründe, die schon etwas klarer werden wenn man sich anschaut wann sie mit ihren drei Söhnen nach Oviedo in Nordspanien gezogen sind.
00:02:26: Das war nämlich.
00:02:28: Und damals gab es in den Nachrichten und an Stammtischen fast nur noch ein einziges Thema Das Corona-Virus, COVID-IX,
00:02:36: Coronavirus.
00:02:37: Corona-virus,
00:02:38: das neue Coronavirus.
00:02:39: Das Corona Virus, dieses
00:02:41: neuartige Corona- Virus.
00:02:43: Corona virus,
00:02:44: das Corona-
00:02:45: Virus.
00:02:45: Corona Virus.
00:02:46: Infektion, dieses neue Coronavirus,
00:02:48: Corona Virus.
00:02:49: Coronapandemie,
00:02:50: Corona-Pandemie.
00:02:51: Pandemie, exponentielles Wachstum, Coronainfektionen, Corona Krisenstab,
00:02:56: Infektionsketten, Hygienemaßnahmen, Mundschutz, Atemschutzmasken und Coronatests, Testpflicht, Maskenpflicht im.
00:03:10: Es ist ernst.
00:03:14: Ja,
00:03:14: und es scheint dass diese Corona-Angst die deutsche Familie aus ihrer Heimat vertrieben hat.
00:03:22: Vier Jahre später am achtundzwanzigsten April zweitausendfünfundzwandzig stehen spanische Polizisten vor der Tür des rosa gestrichenen Hauses.
00:03:31: Bildreporter Tim Specks ist damals vor Ort Fünf Tage danach, schreibt er.
00:03:55: Wir haben Tim gefragt, ob bei uns von seiner Recherche zu diesem ungewöhnlichen Fall erzählen mag und wir freuen uns sehr, dass er zugesagt hat.
00:04:02: Vielen Dank dafür schon mal, Tim!
00:04:04: Erzähl mir doch mal, wie ist denn die Polizei überhaupt auf die Familie aufmerksam geworden?
00:04:10: Das war tatsächlich eine Nachbarin dieser Familie.
00:04:12: Man muss sich das da so ein bisschen vorstellen... Also wir reden immer von Oviedo und tatsächlich war das Haus in Fittoria.
00:04:18: Das ist quasi nochmal einen Vorort von Ovido Und das Haus lag an einer sehr abschiedenen Straße.
00:04:24: D.h.,
00:04:24: die Familie hatte eigentlich gar nicht so viele Nachbarn.
00:04:27: Und eine Nachbarin auf der einen Seite hat dann irgendwann mal so ein bisschen sich Gedanken gemacht.
00:04:33: Ich höre ja Stimmen von Kindern, ich sehe auch immer wieder Kinder an den Fenstern aber ich seh die Kinder nie zur Schule gehen, ich sehe die Kinder nicht draußen spielen.
00:04:40: irgendwas ist da komisch und deswegen war es am Ende unter anderem halt diese Nachbarinnen, die dann zum ersten Mal auf die Behörden zugegangen sind also auf die Polizei und das Sozialamt und gesagt hat vielleicht schau dir mal danach!
00:04:53: Da kommt mir irgendetwas nicht ganz sauber vor... Ich sehe zwar Kinder im Haus, aber nie außerhalb vom Haus.
00:04:59: Und das waren ja kleine Kinder, also zwei Zürlinge mehr Alter von acht damals und dann noch der ältere Bruder zehn Jahre alt.
00:05:05: Dass man so Kinder nie draußen sieht ist total verrückt.
00:05:08: Dementsprechend war es eben diese Nachbarin die den ersten Hinweis an die Polizei gegeben hat, dass man da vielleicht mal sich auf die Lauer legt oder mal klopfen geht was denn da los ist.
00:05:18: Nur verständlich, dass sich die Nachbarinnen wundert!
00:05:21: Ich frag mich vielmehr wie so ist das nicht schon viel früher jemandem aufgefallen?
00:05:26: Ja, das dachte ich auch.
00:05:28: Aber so wie Tim das gleich erklärt wird's etwas verständlicher denn offenbar hat das Paar es geschafft sich und die Kinder vor den spanischen Behörden zu verstecken.
00:05:36: Vor allem wahrscheinlich weil die Söhne beim Umzug noch so klein gewesen sind.
00:05:41: Die Familie ist nach unserem Wissen ungefähr im April, oder irgendwann im Laufe des Jahres, aus Norddeutschland nach Spanien ausgewandert.
00:05:51: da waren die Kinder also viel jünger, viel kleiner als sie ausgewandert sind.
00:05:55: Deswegen sind die Kinder auch so lange unter dem Radar verschwunden weil sie in Spanien gar nicht in der Schule angemeldet waren.
00:06:01: Also keiner wusste recht überhaupt von dieser Existenz im Spanian von den Kids.
00:06:06: Weil sie mir eben nur irgendwo aufgetaubt sind in irgendwelchen Akten Unterlagen von Schulen und Behörden.
00:06:10: Weil Sie eben in dieser Zeit von Deutschland nach Spanier umgezogen sind wo sie sich gut... in Anführungszeichen noch verstecken konnten, die Familie und die Kinder eben nur irgendwo angemeldet hat oder sonst irgendwo.
00:06:20: Das gibt in Spanien auch nicht wirklich so eine Pflicht das zu machen wie man es in Deutschland kennt dass man sagen muss okay wir wohnen hier an diese Schule gehen die Kinder das ist da alles ein bisschen unter dem Radar gelaufen.
00:06:28: das heißt sie sind in einen sehr jungen Alter eben nach Spanier gekommen und sind dann da eben unter dem radar sozusagen aufgewachsen.
00:06:36: ich kann mir auch vorstellen dass die Behörden zu dem Zeitpunkt von der Pandemie so überlastet waren dass sie die Deutschen einfach übersehen haben Denn grundsätzlich gibt es in Spanien natürlich eine Meldepflicht und auch eine Schulpflicht.
00:06:49: Aber wie auch immer, die Einwanderer sind den Offizierentstellen also ganz offensichtlich durchs Netz gerutscht.
00:06:56: Aber im Jahr zwei Tausend fünfundzwanzig nachdem die Nachbarin ihrer Beobachtungen der Polizei gemeldet hat, gibt es noch einen zweiten Hinweis aus einer ganz anderen Richtung.
00:07:07: Es war tatsächlich so, dass neben dieser Nachbarin die ersten Hinweise an die Polizei gegeben hat es auf dem lokalen Supermarkt gab indem erste schlechte Gefühle aufgetreten sind.
00:07:18: Denn da hat der Papa das Haus hin und wieder mal zumindest bis zur Haustür verblassen hat jede Woche für rund dreihundert Euro das haben wir dann nachher rausgefunden Dinge bestellt.
00:07:27: Und zwar Hygieneartikel, so was wie Windeln das auch nicht zum Alter der Kinder gepasst hat und wir haben dann tatsächlich während unserer Recherche ich war da mit dem Kollegen vor Ort ein paar Tage auch einen Supermarktmitarbeiter beziehungsweise damals bei deinen Ex-Mitarbeiter getroffen, der diese Familie beliefert hat jede Woche mit Hygienee Artikeln im Wert von drei Hundert Euro.
00:07:46: und auch ihm ist dann irgendwann so ein bisschen alles ja sprichwörtlich Spahnig vorgekommen da dass eine Familie so viele Dinge beställt aber irgendwie nie das Haus verlässt.
00:07:56: Und auch der Supermarkt hat sich dann an die Polizei gewandt und die Polizei hat da mal so ein bisschen die Rechnung durchgeguckt.
00:08:00: Und gesagt, okay, so viel kann eine kleine Familie ja gar nicht gebrauchen!
00:08:04: Also die haben Masken gestellt, die haben Windeln bestellt... Da ist dann irgendwann auch dort sozusagen aufgefallen, ich glaube, da gibt es einen Punkt wo wir mal reingehen müssen, wo wir das ganz mal beobachten müssen.
00:08:14: Das heißt also war das Zusammenspiel aus Nachbarin sieht Kinder am Fenster und sieht ihr aber nie draußen?
00:08:19: Und Supermarkt fallen ungewöhnliche sehr teure Bestellungen auf, wie sagt man, normalen Leben einer fünfköpfigen Familie passen.
00:08:28: Also dieses Zusammenspiel hat dann am Ende dazu geführt dass die Ermittler sich dann erst einmal paar Tage unauffällig im Umkreis dieses Haus aufgehalten haben und das Ganze mal beobachtet haben.
00:08:38: was geht denn da eigentlich so vor sich?
00:08:41: Gut, dass sich nicht nur die Nachbarin bei der Polizei gemeldet hat.
00:08:44: Sondern auch der Supermarkt!
00:08:45: Denn ein einzelner Hinweis muss ja noch nicht unbedingt viel bedeuten aber das ist gleich.
00:08:50: zwei Meldungen aus zwei unterschiedlichen Quellen sind lässt die Behörden hellhörig werden.
00:08:57: Genau, sie kamen wohl unabhängig voneinander und wenn man sich das mal so vorstellt, dass mehrere Leute unabhängig v oneiner sich an die Behölden wenden da kann man schon davon ausgehen okay wir sollten damals auf die Lauer gehen.
00:09:08: So ein bisschen war das ein Versteckspiel.
00:09:11: Also man wollte jetzt nicht direkt die Leute da waren, die da wohnen, die Familie irgendwie aufschrecken sondern hat sich wirklich in Zivil erst einmal in der Nähe des Hauses aufgehalten und hat mal geguckt wann geht ja man raus?
00:09:20: Geht überhaupt jemand raus?
00:09:21: Welche Bestellungen kommen da an?
00:09:23: Und dann hat man das ganze erste Mal beobachtet bis man dann letztlich zugeschlagen hatte.
00:09:28: Jetzt ist die Familie also im Visier der Ermittler ohne es zu bemerken.
00:09:33: Sehr wahrscheinlich wird den Zivilbeamten schnell klar, dass mit dem so freundlich wirkenden und schön gelegenen Haus tatsächlich etwas nicht stimmt.
00:09:42: Die Rollläden sind ständig geschlossen und nie ist jemand zwischen den Palmen im Garten zu sehen.
00:09:48: Verena ich habe hier ein Foto von dem Haus.
00:09:51: kannst du das kurz mal bitte beschreiben?
00:09:54: Ja also ich sehe hier ein mehrstärkiges Haus in rosa gestrichen umgeben von ganz viel grünen blauer Himmel, eine Terrasse ein Haus in dem man sich so richtig gut vorstellen kann da mal Urlaub
00:10:06: zu machen.
00:10:08: Ja
00:10:09: aber ich würde sagen der Schein drückt.
00:10:13: Ganz offensichtlich!
00:10:15: Ein paar Tage später fällt den Ermittlern die das Haus beobachten dann mit einer massiven technischen Panik quasi der perfekte Zeitpunkt für den Zugriff in den Schoß.
00:10:26: Wer Freunde oder Familie in Spanien hat, der kann sich vielleicht noch daran erinnern.
00:10:31: Denn dieser Vorfall hat es damals auch in die deutsche Presse
00:10:34: geschafft.".
00:10:35: Es gab im Jahrzehntausendfünfundzwanzig dann einen Stromausfall landesweit in Spania – also weite Teile des Landes waren ohne Strom und das viel genau in die Zeit, in der die Polizei um dir die Behörden dieses Haus eben beobachtet haben.
00:10:47: Und dann hat man eben durch Zufall diesen Punkt gehabt wo man gesagt hat okay jetzt kein Strom, es ist vielleicht auch nicht so ganz die Aufmerksamkeit nach draußen da und an diesem Tag als eben dieser Stromausfall war hat man dann sich entschieden zuzuschlagen.
00:11:00: Und hat dann bei der Familie geklingelt und hat dann sozusagen erst gesehen welcher Horror sich wirklich in diesem Haus abgespielt hat.
00:11:07: Der Vater hat dann die Tür geöffnet, hat dann auch keine Gegenwehr oder ähnliches geleistet.
00:11:10: also er war jetzt nicht irgendwie aggressiv oder sonstiges, der hat tatsächlich nach unseren Informationen Mit seiner Frau haben sie erst mal darum gebeten, dass sich die Ermittler zumindest Corona-Masken anziehen und die Kinder sich Masken anziehen dürfen bevor die Ermitter dann eben rein sind ins Haus.
00:11:25: Das heißt da war jetzt keine große Gegenwehr.
00:11:27: vielleicht man weiß es nicht aber vielleicht sogar auch so ein bisschen Erleichterung das jetzt endlich jemand da ist der Familie helfen kann.
00:11:36: Tim erklärt uns gleich nochmal genauer, wie er das mit der Erleichterung meint.
00:11:40: Aber ich möchte gern kurz aus der Bild vom Polizeien-Satz zitieren!
00:11:45: Da steht etwas, dass einem schon eine Ahnung davon gibt was die Deutschen zu ihrem Extremverhalten getrieben hat.
00:11:51: Tim hat eben gesagt, dass Kinder Masken aufsetzen aber – was er nicht gesagt hat – schrieb Bildreporter Til Biermann am ersten Mai.
00:12:00: Die Eltern sollen ihren Kindern jeweils drei Masken aufgesetzt haben, bevor sie die Beamten ins Haus ließen.
00:12:08: Und?
00:12:09: Laut der Zeitung El Comercio wurden in der Villa neben Müll und Dreck riesige Mengen an Medikamenten und Masken gefunden.
00:12:19: Drei Masken, Mirko, übereinander!
00:12:22: Also ich hab ja grundsätzlich keine großen Probleme mit Masken aber ... Ich kenne das auch aus Asien und in Krankenhäusern finde ich Sie zum Beispiel auch wirklich sinnvoll.
00:12:31: Ich kenne sogar jemanden, der in sehr engen Räumen zwei Masken übereinander trägt.
00:12:35: Aber drei?
00:12:36: Da scheint mir schon ein Tacken übertrieben!
00:12:40: Ja, das sehe ich ganz genau so... Du hast es ja eben schon angekündigt, dass Tim dir noch etwas genauer erklärt hat, woher sein Gefühl kommt, dass die Eltern vielleicht auch erleichtert sind als die Polizei vor der Tür steht.
00:12:54: Hören wir doch da mal ganz kurz rein.
00:12:57: In solchen Fällen ja auch schon erlebt, dass Menschen aggressiv reagieren wenn die Polizei vor der Tür steht.
00:13:02: Dass sie vielleicht gar nicht die Tür aufmachen aber alleine das ja der Mann ja schon gesehen haben wird.
00:13:06: okay da steht die Polizei für die Tür macht die Tür aus bittet sich auch mehr oder minder hinein.
00:13:11: Das zeigt er schon so ein bisschen dass man jetzt nicht irgendwie glaubt was verbrochen hat, sondern vielleicht eher nach Hilfe gesucht hat.
00:13:18: Da kommen wir später auch noch zu.
00:13:20: Ich glaube die Familie und das haben auch die Anwälte mit denen er sprechen konnten in Spanien immer gesagt, den war vielleicht gar nicht so bewusst, was sie ihren Kindern angetan haben?
00:13:28: Die Verteidiger haben das nicht unbedingt als Straftat gesehen, was die gemacht hat, die Familie besonders die Eltern, sondern es war eher eine Sache von sozialen Problemen.
00:13:35: Die haben irgendwann die Kontrolle über diese Option verloren.
00:13:41: dankbar, dass sie sich jetzt endlich jemanden zuwenden konnten und jemand dieses ganze Spektakel aufgelöst hat.
00:13:48: Das ist schon ein bisschen nachvollziehbarer so oder?
00:13:52: Und auch der Zustand des Hauses ist eigentlich ein ganz klarer Hinweis darauf das die Bewohner überhaupt nicht okay sind.
00:13:59: Wir haben ja schon zweimal erwähnt, dass es vermüllt war und Tim hat dazu noch ein paar mehr Details.
00:14:06: Also wir haben relativ schnell, nachdem die Polizei da reingegangen ist auch die ersten Bilder dann tatsächlich, ich sag mal zugespielt bekommen aus dem Inneren und das waren schon wirklich verwahrlose Zustände.
00:14:16: Es geht ja einmal ums Haus.
00:14:17: Das Haus war vermüllt, das Haus war dreckig.
00:14:20: es hat eine Katze dort gelebt, die auch wirklich in einem miserablen Zustand war.
00:14:24: Die Jalousien waren meist runter, dass heißt nicht viel Tageslicht im Inneren.
00:14:30: Das zeigt eben auch, dass die Familie nicht rausgegangen ist um irgendwie mal großartig sauber zu machen Müll rauszubringen etc.
00:14:36: Und in Spanien ist dann sehr schnell vom Casa de los Orores gesprochen worden also auf Deutsch Horrorhaus.
00:14:42: und nach all dem was wir so aus dem Inneren jetzt mal rein von Zustand des Hauses sagen konnten ist das schon sehr zutreffend.
00:14:48: Kann man Kinder nicht großziehen?
00:14:50: So kann auch die Familie nicht gelebt haben.
00:14:52: Viel Schmutz, viel Dreck, getürmter Müll ... Das war schon alleine vom Zustand des Hauses nichts, wo man Kinder großziehen kann.
00:15:02: Oh mein Gott, Mirko!
00:15:03: Diese Vorstellung, dass die drei kleinen Jungs mit ihren Eltern zusammen vier Jahre lang hausen mussten ist so schrecklich und immer im Halbdunkeln die kranke Katze ... Ah, das ist schon echt eklig leider.
00:15:20: Ja ich muss gestehen... Das möchte ich mir auch wirklich gar nicht allzu genau vorstellen aber ich muss gerade nochmal an das Bild vom Haus denken dass ja eigentlich ganz hübsch und freundlich aussieht so mit dem Palmen im Garten und dem strahlen blauen Himmel Und drinnen vegetieren Menschen in Dämmerlicht.
00:15:38: Trotzdem wollen wir natürlich von Tim auch wissen wie die drei Jungs reagieren als sie dann endlich aus ihrem Gefängnis befreit werden finde ich sehr bewegend.
00:15:49: Die Kinder waren jetzt nicht unbedingt körperlich versehrt, zumindest von dem was wir sehen konnten.
00:15:55: also die war jetzt nicht Mangel ernährt oder sonst irgendwas was allerdings wirklich eine schockierende Szene gewesen sein muss, die den Ermittlern auf das wir so erfahren haben sehr nahe gegangen ist als die Kinder dann befreit wurden und das erste mal sozusagen der ganze Tageslicht kam an frische Luft.
00:16:08: seit vier Jahren sollen sie wirklich über den Rasen mehr oder weniger gekrochen sein das Gras angefasst haben.
00:16:14: Zum ersten Mal wieder tief eingeatmet, wusste überhaupt nicht okay was ist das hier diese Außenwelt?
00:16:19: Das heißt sie haben wirklich wohl vier Jahre die eigenen Vierwände nicht verlassen.
00:16:24: Krass ist auch dass die Kinder noch Windeln getragen haben.
00:16:26: wir sprechen davon achtjährigen oder zehnjährigen der so weit eigentlich aus dem Alter raus sind dass die noch Windel tragen müssen.
00:16:33: auch da zeigt es wieder, dass die Entwicklung wahrscheinlich sehr weit hinter dem eigentlichen Alter hinterher ist.
00:16:38: Also psychologisch und physiologisch wird da einiges noch an Arbeit auf die Menschen, die jetzt betreuen zukommen weil sie eben wirklich... man muss sich das mal vorstellen vier Jahre in einem Alter von so vier bis acht bzw sechs bis zehn wo du ja wirklich große Sprünge machst in deiner Entwicklung nicht aus dem Hof gegangen sind also keine Schule besucht haben keinen Arzt gesehen haben.
00:16:57: also diese sind in ihrer Entwicklung wirklich wirklich weit hinter her.
00:17:01: viel Arbeit sein, das wieder aufzuholen.
00:17:05: Am zweiten Mai, also vier Tage nach dem Polizeien-Satz hat RTL mit der Psychologe in Dr.
00:17:11: Rüa Kocha Levent gesprochen.
00:17:13: Sie glaubt, dass die Kinder mit innerer Angst und Spannungszuständen ihr Leben lang zu tun haben werden.
00:17:20: Sie sagt auch, Angst scheint ja sehr präsent gewesen zu sein in der Familie.
00:17:26: Und das kann vielleicht auch an den Vater gelegen haben!
00:17:28: In einem zweiten Bildartikel, der auch am dritten Mai veröffentlicht worden ist.
00:17:32: Hat Tim geschrieben dass er inzwischen fünfzigjährige die Toilettengänge seiner Söhne begrenzt hat und sie deswegen Windeln tragen mussten.
00:17:42: Und im selben Artikel schrieb Tim damals Im Haus führte der Vater ein strenges Regiment.
00:17:50: In dem Gespräch das Farina mit Tim geführt hat erzählt er von einer anderen Erklärung Weswegen die beiden achtjährigen Zwillinge und ihr zehn-jähriger Bruder immer noch wie Babys herumlaufen.
00:18:02: Genau, eine Begründung, woran die Wingendlingen getragen haben gab es nicht so wirklich.
00:18:05: Es stand immer mal wieder im Raum dass die Eltern wohl gesagt haben, die Kinder wären inkontinent beweisen ließ sich das alles nicht.
00:18:11: wir haben auch nicht beim Prozess dabei sein können.
00:18:13: wegen des Alters der Kinder wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
00:18:15: also dass sie wirklich inkontinent waren man weiß es nicht man hat es nicht herausfinden können.
00:18:20: gleichzeitig glaube ich schon dass man Kindern auch in so einer Situation die Willi wahrscheinlich nicht anzieht einfach nur als Präventivmaßnahme.
00:18:25: Sie scheinen wirklich auch körperlich vielleicht ein bisschen hinterher gewesen zu sein in der Entwicklung.
00:18:30: Und sie haben auch lange Zeit in Kinderbetten noch schlafen müssen, obwohl die schon aus diesen Kinderbettern eigentlich rausgewachsen waren.
00:18:35: also scheint es da auch natürlich wenn du das Haus solange nicht verlässt, vielleicht körperliche Verzögerungen in der Entwicklung gegeben zu haben
00:18:42: ja.".
00:18:43: Der Vater der Jung ist promovierter Philosoph aus Hamburg und gibt an dass er als IT-Profi im Homeoffice arbeitet Und ich glaube, dass man in diesem Fall vorsichtig sein muss mit vorschnellen Urteilen.
00:18:56: Vielleicht ist er von Natur aus überhaupt kein Dispot?
00:18:59: Sondern seine enorme Angst vor dem Coronavirus hat sich vielleicht auch einfach verselbstständigt wie so eine extreme Form von Hypochondrie!
00:19:09: Was ja übrigens überhaupt keine Wehleidigkeit ist sondern eine medizinisch anerkannte und behandelbare psychische Störung
00:19:17: Absolut.
00:19:18: Aber auch das sind ja eben nur Vermutungen, wir sind nicht hier um Diagnosen zu stellen.
00:19:22: Tim hat allerdings dazu ganz ähnliche Gedanken.
00:19:26: Das Ganze ging während Corona los und die Eltern hatten eine ziemliche Infektionsangst und haben wohl in Norddeutschland schon angefragt bei den Behörden ob sie ihre Kinder wegen dieser Infektiongefahr Zuhause unterrichten können.
00:19:37: Das ist in Deutschland nicht unmöglich aber fast unmöglich und es ist ihnen nicht erlaubt worden.
00:19:44: Ja, vielleicht aus Trotz oder so.
00:19:46: Dann versuchen wir es woanders sind sie eben nach Spanien ausgewandert, wo's einfacher ist?
00:19:49: Da haben wir schon drüber gesprochen mit Behördengängen.
00:19:51: Du musst dich da nicht bei der Schule melden, du musst dich nicht anmelden.
00:19:54: Das heißt Sie sind dann erst mal in einem ersten Schritt einfach nach Spaning gegangen, haben dann da ihre Kinder vermutlich zu Hause unterrichtet und dann sind sie da wohl ja in eine Art Spirale geraten.
00:20:04: Wir haben gemerkt okay... ...wir können uns hier ganz gut untereinander halten, wir können uns verstecken Und dann ist es immer so weitergekommen.
00:20:11: wenn du überlegst Du hast diese Angst vor einer Infektion, vor Corona.
00:20:16: Du hast es relativ einfach deine Kinder zu Hause dann zu unterrichten.
00:20:19: Niemand kümmert sich um dich, niemand kommt mal vorbei und fragt wie ist das denn bei euch?
00:20:23: Und so sind sie dann vermutlich in eine Spiegelrale geraten aus der Sie sich selber auch nicht mehr befreien konnten und deswegen habe ich eben auch gesagt dass es vermutlich für die auch eine Art Befreiung war als dann endlich jemand von außen aktiv auf die Familie zugekommen ist und gesagt hat braucht dir Hilfe.
00:20:38: Ich glaube, dass die Erleichterung da schon auch dabei war bei der Familie.
00:20:42: Dass man dann mit der Hilfe anderer eben aus dieser Situation rauskommen konnte.
00:20:46: Das ist auch das was die Anwälte uns immer gesagt haben während des Prozesses den wir ja reden konnten.
00:20:51: Das Ziel der Anwältin war immer ein Freispruch und aber die Familie wieder zusammenzuführen.
00:20:56: Die Kinder waren natürlich getrennt von den Eltern.
00:20:58: als die ganze Situation aufgelöst wurde sind die Eltern ja festgenommen worden saßen in Haft und die Kinder waren in einem Kinderheim.
00:21:05: Und das Ziel der anwälter war eben immer ihre Eltern mit den Kindern wieder zusammenzuführen.
00:21:10: Weil die sagten, die Lösung kann nicht sein, dass sie jetzt getrennt werden?
00:21:13: Ja, die haben viel falsch gemacht.
00:21:16: Das war alles nicht gut was die gemacht haben.
00:21:18: aber das Ziel sollte es sein die Familie wieder zusammen zu führen und dann mit der Hilfe der Behörden, das haben Sie auch unterstrichen, dass Sie das selber nicht können alleine, aber ein normales Leben aufzubauen um die Familie gemeinsam aufwachsen zu
00:21:31: lassen.".
00:21:33: Und ich muss sagen, das klingt schon nachvollziehbar!
00:21:36: Bei vielen Menschen sind ja während der Covid-Hochphase Ängste hochgekommen.
00:21:40: Aus ganz verschiedenen Gründen wegen der Isolation, wegen Existenzängsten, wegen der Bilder, der Militärlaster mit Sergen aus Bergamo... Ja es gibt viele mögliche Ursachen und ich glaube etwas besorgt waren die meisten Menschen.
00:21:55: Ja das glaube auch!
00:21:57: Aber ich fasse mal ganz kurz zusammen was wir bis jetzt erfahren haben.
00:22:01: Ein Deutscher und seine deutsch-amerikanische Frau haben ihre drei Söhne am Anfang, vierjährige Zwillinge und ihren sechsjährigen Bruder für fast vier Jahre in ihrem Haus in Nordspanien eingesperrt.
00:22:14: Wahrscheinlich weil sie massive Angst vor dem Covid-Virus hatten!
00:22:18: Die Kinder mussten bis zum Schluss Windeln tragen und lebten im Halbdunklen zwischen Dreck, Müll, Stapeln aus OP-Masken und Medikamenten mit einer schwer kranken Katze.
00:22:30: Als sie schließlich von der Polizei befreit wurden, waren die Kinder acht und zehn Jahre alt.
00:22:36: Als sie zum ersten Mal seit Jahren wieder vor die Tür ging, konnte man ihnen ansehen wie unsicher sie sich in der inzwischen fremden Umgebung fühlten – aber auch wie sehr sie die Sonne das Gras-und die frische Luft genossen haben!
00:22:50: Hier ist ein Bild vom eighthen, zwanzigsten April zweitausendfünfundzwanzig als die Kinder das erste mal seit einer Ewigkeit wieder sonnenlicht gesehen haben.
00:22:59: Mika, möchtest du erst mal kurz beschreiben?
00:23:01: Sehr gern.
00:23:03: Auf dem Bild da sieht man einen Mann vor der Haustür stehen mit Sicherheit einer der Beamten und er ist da zusammen mit zwei Jungs zu sehen.
00:23:13: das sind glaube ich die Zwillinge denn sie sehen gleich groß aus haben die gleichen Klamotten an.
00:23:17: also das wäre typisch ja und man kann auf diesem Foto die Gesichter der Jungs nicht erkennen.
00:23:22: die sind natürlich unkenntlich gemacht.
00:23:25: was aber auffällt ist dass die Terrasse vor dem Haus sehr vollgestelltes mit einer Menge Kram.
00:23:31: Also sieht, würde ich sagen, sehr unordentlich aus.
00:23:34: Das Ganze ist also offensichtlich der Moment in dem die Kinder das Haus verlassen und ja es wirkt ein bisschen bedrückend finde ich.
00:23:43: Ja wenn man auch die Gesichter der Kinder nicht genau erkennt würde ich sage kann man anhand ihrer G-Stick erkennen dass sie doch schon ziemlich verstört wirken.
00:23:55: Inzwischen ist das Urteil gesprochen.
00:23:57: Tim erzählt uns, wie es ausgefallen ist und wie er die Entscheidung des Gerichts einschätzt.
00:24:03: Ich glaube dass es am Ende gut für die Kinder ist, dass sie jetzt erst einmal keinen Kontakt mehr zu den Eltern haben werden.
00:24:10: Die Eltern sind am Ende zu zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt worden Und haben auch einen Kontaktverbot bekommen Und das ist aus meiner Sicht glaube ich ganz gut, weil die Kinder erstmal sozusagen ja diese Entwicklung, die sie verpasst haben aufholen müssen.
00:24:26: Ich glaube nicht dass das alleine von den Eltern leistbar wäre und ich glaube auch ohne es natürlich zu wissen, dass Sie mit Sicherheit einen Trauma davon getragen haben werden die Kinder.
00:24:36: Wenn man die Kinder dann eben mit dem Personen dieses Trauma ausgelöst haben wieder zusammen aufwachsen lässt, ist das glaube ich nicht so viel erfolgsversprechend zumindest in den ersten Jahren wie wenn sie unter professioneller Betreuung sind, wenn sie erst mal zur Schule gehen.
00:24:49: Erst einmal raus aus dieser ganzen Situation kommen.
00:24:51: Das heißt nicht dass man für immer ein Kontaktverbot aufrecht erhalten sollte.
00:24:56: meiner Meinung nach.
00:24:56: ich glaube das die Eltern auch vielleicht nicht bewusst da eine Straftat begangen haben.
00:25:02: aber Ich glaube schon dass es in den ersten jahren jetzt wichtig sein wird dass die Kinder sich mal Aus diese situation lösen und keinen kontakt zu den altern haben Und der vielleicht dann zum späteren zeitpunkt wieder aufgebaut werden kann.
00:25:12: wie gesagt Die eltern sind nicht einmal drei Jahre Jetzt in haft und danach wird es sicherlich auch möglich sein, unter professioneller Betreuung dann wieder eine Familienzusammenführung zu schaffen.
00:25:22: Aber ich glaube für die erste Zeit ist das ganz gut wenn die Kinder jetzt erst einmal was ganz Neues erleben und unter professioneller Betreuungen, die die Eltern ja gar nicht leisten können, die Dinge aufholen, die sie jetzt eben verpasst haben.
00:25:32: Ja schulische Bildung körperliche Entwicklungen vielleicht auch dass das abseits der Eltern passiert.
00:25:39: Dieses Urteil hat viele überrascht denn es hätte auch ganz anders laufen können.
00:25:45: Also, eigentlich wollte die Staatsanwaltschaft tatsächlich twenty-fünf Jahre Haft für beide Eltern.
00:25:50: Amende sind es zwei Jahre und zehn Monate nur geworden und die beiden sind wegen psychischer Gewalt und Vernachlässigungen dann verurteilt worden.
00:25:57: Der große Teil – das war die Freiheitsberaubung, die die Staatsaanwaltschaft gesehen hat – davon sind sie freigesprochen worden.
00:26:03: Das wäre eben dieser große Teil gewesen der am Ende zu twenty-five Jahren Haft hätte führen können.
00:26:07: Davon sind Sie tatsächlich frei gesprochen worden.
00:26:10: was genau die Begründung ist auch noch nicht so ganz klar.
00:26:13: Aber das ist der entscheidende Punkt, warum die Eltern jetzt nur für zwei Jahre und zehn Monate in Haft müssen.
00:26:17: Und eben nicht... ...fünfundzwanzig Jahre wo man dann auch sagen muss okay ich glaube wenn sie ihre Kinder möglicherweise auch gar nicht mehr sehen nach dieser Zeit aber nach nicht einmal drei Jahren ist es vielleicht doch möglich die dann zusammenzuführen.
00:26:29: ja
00:26:31: Ich habe den Eindruck dass sich das Gericht die Entscheidung wirklich nicht leicht gemacht hat und ich muss sagen Farina dass ich das in diesem speziellen Fall auch wirklich ganz besonders schwierig finde.
00:26:41: Ich bin auf jeden Fall froh, dass ich das nicht zu entscheiden hatte.
00:26:44: Auch weil die Forderungen der beiden Parteien so extrem weit auseinander lagen.
00:26:49: Dazu auch noch mal Tim!
00:26:52: Wir waren auch überrascht wie weit am Ende dann der Unterschied war zwischen dem Urteil und dem was die Staatsanwaltschaft gefordert hat.
00:26:57: Gleichzeitig muss man sagen, dass die Anwälte tatsächlich ja einen kompletten Freistruch befordert haben.
00:27:04: sehr krass zu sehen, wie weit da die beiden Forderungen von Staatsanwaltschaften und Verteidigung auseinandergehen.
00:27:07: Die Verteiligung hat immer wieder betont dass sie keine Straftaten sehen sondern das einfach so eine Art soziales Unglück war in das die Familie reingeraten ist aus dem sich nicht mehr befreien konnte.
00:27:18: Und die Staatsanwaltung hat ganz klar gesagt auch wenn es vielleicht nicht mit der bösen Absicht gemacht haben ist es immer noch krass was Sie Ihren Kindern angetan haben.
00:27:25: und letztlich hat das Gericht dann auch gesehen, dass man die Eltern dafür bestrafen muss was sie getan haben aber eben weitaus milder das Urteil ausgesprochen haben als die Staatsanwaltschaft das gefordert hat.
00:27:38: Ganz ehrlich Mirko mir macht die Entscheidung des Gerichts irgendwie Hoffnung wie du schon gesagt hast.
00:27:43: es muss ja wahnsinnig schwer gewesen sein in diesem extrem ungewöhnlichen Fall recht zu sprechen in Anführungszeichen Wie es ja auch heißt.
00:27:52: Mir scheint, dass das Gericht davon ausgeht, dass selbst solche schlimmen Wunden mit der richtigen Hilfe und genügend Zeit geheilt werden könnten.
00:28:01: Aber andererseits haben die Richter auch ganz klar gemacht, dass da so ein schlimmes Verbrechen begangen worden ist an drei kleinen Kindersälen.
00:28:10: Zusätzlich zu den Haftstrafen wurden den Eltern noch eine Kontaktsperre auferlegt – das hat Tim ja eben schon erwähnt!
00:28:18: Ja und sie müssen zu den Jungs auch mindestens einen Abstand von dreihundert Metern
00:28:22: halten.
00:28:24: Und für drei Jahre und vier Monate wurde ihnen das Sorgerecht entzogen, und Sie müssen pro Kind jeweils dreißigtausend Euro Entschädigung
00:28:32: zahlen.".
00:28:37: Ich wollte von Tim auch gerne wissen wie die Eltern das Urteil aufgenommen haben.
00:28:41: aber der Fall ist ja am Wohnort der Familie verhandelt worden und da gelten offenbar andere Regeln als hierzulande.
00:28:49: In Spanien ist es auch so.
00:28:51: Das ist anders als in Deutschland, da wird ja am letzten Prozess-Takt oder vielleicht einen Tag später das Urteil direkt verkündet.
00:28:56: In Spanien ist es so, dass es dann erst einmal schriftlich ausgearbeitet werden muss nach dem Prozess und dann den Anwälten und Prozessbeteiligten zugestellt wird.
00:29:04: Da lagen Wochen dazwischen.
00:29:06: D.h.,
00:29:06: die Eltern werden das dann von ihren Anwelten vermutlich im Knast erst bekommen haben.
00:29:11: Es gab jetzt gar nicht diese Szene wie man sich das vielleicht vorstellt, dass im Gerichtssaal dann das Prozessurteil gesprochen wurde entweder erleichtert waren über eine milde Strafe oder zusammengesagt sind, weil sie dachten, Sie werden freigesporen.
00:29:23: Also diese Szene gab es gar nicht, weil das eben in Spanien so ist, dass es Urteil erst einmal schriftlich ausgearbeitet werden muss und dann zugestellt wird.
00:29:30: Das heißt was die Eltern am Ende, was die Reaktion war, das wissen nur die Anwälte vermutlich ja
00:29:36: Auch schon, wie sich das Paar während des Prozesses verhalten hat konnte Timmy nicht aus erster Hand sagen.
00:29:42: Den Grund hat er vorher schon mal erwähnt bei Verfahren mit minderjährigen gelten halt andere Regeln als bei Prozessen an denen nur Erwachsene beteiligt sind.
00:29:51: Wir haben die Eltern eben nicht sehen können selber weil der Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit passiert ist.
00:29:56: wir haben aber während der Prozestage immer wieder mit den Anwälten sprechen können und die haben uns zumindest signalisiert dass die Eltern relativ offen Über alles gesprochen haben in den Prozesttagen, dass sie da nicht noch versucht haben irgendwie die Situation zu beschönigen als sie wirklich war im Red und Antwort gestanden haben.
00:30:14: Ob Sie am Ende einsichtig waren was Sie da falsch gemacht haben das können wir nicht beurteilen.
00:30:19: dazu haben wir keine Informationen.
00:30:20: aber es scheint schon so gewesen zu sein Dass sich die Eltern irgendwo bewusst waren dass sie jetzt nicht vollkommen grundlos vor Gericht sind
00:30:29: Was für mich auch wieder dafür spricht, dass eine Familienzusammenführung vielleicht ganz gute Chancen hat.
00:30:36: Eine Voraussetzung dafür ist ja das die Erwachsenen einsehen und bereuen was sie ihren Kindern angetan haben.
00:30:44: Ich kann mir gut vorstellen Dass jetzt vielen von euch eine Frage ganz besonders auf den Nägeln brennt.
00:30:57: Man hat von Seiten der spanischen und deutschen Behörden erst einmal versucht, Verwandte zu finden in den USA wo die Mutter kommt.
00:31:04: Die ist eine deutsche Amerikanerin und der Papa kommt aus Deutschland.
00:31:07: Tatsächlich hat man auch kurzzeitig mal die Großeltern amerikanischer Seite also mütterlicherseits mit den Kindern wohl in Spanien ein bisschen zusammengeführt.
00:31:15: Da hat sich dann aber nichts weiter ergeben.
00:31:17: Also das hat wohl nicht funktioniert dass sie vielleicht zu den Großeldern kommen.
00:31:21: Deswegen werden die Kinder jetzt erstmal weiter einem heim in spanien betreut gehen ganz normal zur schule und werden halt vielleicht irgendwann mal in eine Pflegefamilie kommen.
00:31:30: Adoption ist wohl laut Behörden ausgeschlossen, also eine komplette Adoptions-Aber eine Pflegefamilien könnte man schon einrichten irgendwann.
00:31:37: Man muss sich aber natürlich auch klar sein dass wenn man die Kinder in einer Pflegefamile gibt es das für die Pflegefamilier auch eine Herausforderung ja?
00:31:44: Die Kinder haben vier Jahre ihres Lebens sozusagen im Gefängnis verbracht.
00:31:48: so hat muss man das sagen in der ganz entscheidenden Phase Und das ist dann eben nicht einfach nur ein Anführungszeichen Kinder großziehen, sondern Kinder die wirklich ein Drama erlebt haben.
00:31:58: Die ihnen Trauma mit sich bringen werden und auch da wird die Pflegefamilie sicherlich professionelle Hilfe brauchen.
00:32:03: aber zu wünschen wäre das den Kindern natürlich dass sie nicht ihr komplettes Kinder- und Jugendleben in einem Heim verbringen müssen.
00:32:11: Oh ja allerdings!
00:32:12: Und das wünscht wir Ihnen auch vom ganzen Herzen und weil dieser Fall offenbar auch mit zwei verwirrten Erwachsenen zu tun hat wollen wir natürlich auch die Gegenfrage stellen Was passiert mit Ihnen?
00:32:26: Also auch da wird es letztlich darum gehen, wieder eine Resozialisierung der Eltern hinzubekommen.
00:32:31: Auch das ist vielleicht ins Urteil eingefliessen.
00:32:32: und dass man nicht einfach nur sagt okay wir sperren euch jetzt lebenslang weg sondern dass vielleicht auch dahinter Gedanke ist ok wir versuchen auch diesen Menschen zu helfen die ja mit Sicherheit auch Probleme haben auf psychischer Seite Und dass man da eben auch versucht den während des Haftaufschöntels Unterstützung zu geben, um auch ihr eigenes Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.
00:32:52: Das darf man ja auch nicht vergessen.
00:32:53: Sie haben ja nicht nur ihre eigenen Kinder eingesperrt sondern waren ja selber auch vier Jahre komplett isoliert.
00:32:58: Die kann man dann auch nicht einfach nach zwei Jahren und zehn Monaten auf die Straße lassen und sagen okay jetzt kümmert ihr euch mal um euch selbst sondern auch da wird sicherlich den Leuten geholfen werden müssen, wieder Fuß zu fassen in der Gesellschaft.
00:33:09: Wieder irgendwie in die Gesellschaft integriert zu werden wie gesagt vielleicht auch irgendwann mal wieder mit ihren Kindern zusammenzuleben.
00:33:15: aber auch da werden die professionelle Hilfe brauchen vielleicht mal wieder irgendwo einen Job anzufangen vielleicht auf nach Deutschland zurückzukehren.
00:33:21: das ist alles offen.
00:33:22: aber ganz alleine lassen kann man diese Leute mit Sicherheit nicht.
00:33:25: sie werden auch Unterstützung brauchen.
00:33:29: Farina geht es dir auch so?
00:33:30: Ich finde das ist ein wirklich ganz besonderer Fall ein besonders ungewöhnlicher Emotionaler und sehr bewegender Fall, oder?
00:33:39: Ja.
00:33:40: Das geht mir auch so.
00:33:41: Und Überraschung nicht nur uns beiden!
00:33:44: Wir
00:33:45: waren ja dann sozusagen erst mal in der Recherche vor Ort als das Ganze aufgeflogen ist und dann nochmal ein knappes Jahr später während des Prozesses.
00:33:52: ein total aufwühlenes Ding weil auch sowas erleben wir ja nicht oft und man isst da ja immer wieder überrascht was es alles geben kann in der Welt.
00:34:01: aber man sieht eben auch dieses Haus.
00:34:03: das war total unscheinbar Und das erinnert einen dann immer wieder ran als Reporter, dass auch hinter einer unscheinbar wirkenden Haustür in einem unscheINBA wirkenen Haus tatsächlich ein Horror sich abspielen kann.
00:34:14: Das war dann tatsächlich wieder eindrücklich.
00:34:17: aber ja... Auch das gehört zum Reporterleben dazu!
00:34:20: Ich weiß aus unseren Gesprächen, dass wir beide immer mal wieder darüber nachdenken was das wohl mit einem macht wenn man Tag ein, Tag aus bei Polizei-Ermittlungen dabei ist und bei Gerichtsterminen.
00:34:32: Tim sagt das so trocken.
00:34:34: Das gehört zum Reporterleben dazu und wir sind uns, glaube ich, einig dass man natürlich eine gewisse Professionalität entwickelt.
00:34:41: Das tun wir als Podcaster ja auch sonst könnte man den Job gar nicht machen.
00:34:45: aber spezielle Fälle wie dieser gehen einem dann doch schon mal anders unter die Haut Auch gestandenen Reporters wie Tim Specks
00:35:02: sich vorstellt, dass solche Kids unter solchen Bedingungen aufwachsen müssen.
00:35:06: Das lässt einen nicht kalt, das kann ich dir
00:35:08: sagen.".
00:35:10: Ich finde, das sollten wir so einfach als Schlussworte stehen lassen und damit sind wir am Ende der heutigen Folge angekommen.
00:35:32: Und euer Merkur.
00:35:34: Ciao, ciao!
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