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Der Killer, der Liebespaare jagte

Shownotes

Die Toskana: Sehnsuchtsort für Liebe, Urlaub und laue Sommernächte. Doch zwischen 1968 und 1985 wird genau diese Idylle zur Jagdzone eines Killers, der es auf Liebespaare abgesehen hat. Das Monster von Florenz tötet mindestens acht Paare, verstümmelt seine Opfer und verschwindet immer wieder in der Dunkelheit bis heute ohne eindeutige Antwort auf die Frage: Wer war dieser Täter wirklich?


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Transkript anzeigen

00:00:04: Die Toskana gehört zu den beliebtesten Reisezellen Europas.

00:00:07: Hügel, Zypressen, historische Orte, warme Sommerabende dazu gutes

00:00:12: Essen und Wein.

00:00:14: Ein Ort an den Menschen kommen um runterzufahren.

00:00:18: Um ein paar Tage für sich zu haben.

00:00:20: Und genau das suchen auch die Paare, um die sich unsere heutige Folge dreht.

00:00:26: Unter ihnen sind französische und deutsche Touristen aber auch Einheimische junge Verliebte und Ehepaare aus der Region.

00:00:34: Sie wollen ungestört sein, doch das bleiben sie

00:00:37: nicht.".

00:00:38: Jemand lauert ihn auf!

00:00:40: Die italienische Presse wird dem Täter ein Name geben, der bis heute Nachhalt des Monster von Florenz.

00:00:48: Und mit diesem Namen beginnt ein Fall voller schwieriger Ermittlung – vielleicht der Schwierigste

00:00:54: den

00:00:54: Italien je erlebt hat?

00:00:57: Ein Fall, in dem wenig klar ist und in den Spuren immer wieder ins Nichts verlaufen.

00:01:03: Ein Fall so mysteriös wie bestialisch.

00:01:07: Willkommen zu Tatort Deutschland!

00:01:09: Ich bin Farina Kirmse

00:01:11: Und ich bin Mirco Casimir.

00:01:13: Schön dass ihr wieder mit dabei seid.

00:01:30: Es ist einer der rätselhaftesten und unheimlichsten Kriminalfälle Italiens Bis heute.

00:01:35: bleibt die Frage, wer war das Monster von Florence?

00:01:40: Denn ausgerechnet die toskanische Hauptstadt, die für Kunst gutes Essen und Romantik steht wird hier zur Kulisse einer Mordserie.

00:01:49: Die Italien über Jahrzehnte hinweg beschäftigt – eine Serie, die so brutal ist dass sie selbst für einen Horrorfilm überzogen wirken würde!

00:01:59: Zwischen nineteenhundert achtundsechzig und neunzehnhundert fünfundachtzig werden rund um Florenz mindestens sechzehn Menschen getötet.

00:02:07: Acht Paare immer in der Dunkelheit, immer nach einem ähnlichen Muster.

00:02:12: Doch die Opfer werden nicht nur getötete.

00:02:14: sie werden regelrecht hingerichtet und verstümmelt Denn den oder die Täter zu finden scheint lange unmöglich.

00:02:22: stattessen entsteht ein Geflecht aus Indizien widersprüchlichen Aussagen und immer neuen Wendungen.

00:02:28: Es gibt Verhaftungen, doch viele davon erweisen sich später als Fehler.

00:02:35: Der Fall lässt Italien nicht mehr richtig los.

00:02:38: Zahlreiche Bücher, Analysen und Dokumentation beschäftigen sich bis heute mit dem Monster von Florenz.

00:02:45: Auch Filme und Romane greifen ihn auf.

00:02:47: Sogar die Figur des Florentiner Ermittlers in der Hannibal-Reihe gilt als davon inspiriert.

00:02:55: Im Kern dieses Falls stehen die Tatorte.

00:02:58: Die liegen fast immer abseits auf Schotterpisten, Feldwegen oder an kleinen Waldstücken dort, wo nachts kaum jemand vorbeikommt.

00:03:10: Dort, wo Paare nach Zinfarn wenn sie ungestört sein wollen.

00:03:14: Oft sind das nur ein paar Kilometer außerhalb von Florenz.

00:03:17: Denn zu Hause ist es für viele junge Italiener kaum möglich.

00:03:21: Sie leben noch bei ihren Eltern oft bis zur Hochzeit.

00:03:24: Die Wohnungen sind eng, die Familienstrukturen traditionell.

00:03:28: Der Katholizismus prägt den Alltag.

00:03:30: Privatsphäre ist eher selten.

00:03:33: Wer für sich sein will, fährt raus aufs Land.

00:03:36: Dafür gibt es im Italienischen sogar einen eigenen Ausdruck.

00:03:40: Andare in Comparella – aus Feld fahren!

00:03:43: Gemeint ist genau das.

00:03:45: Irgendwo hinfahren, anhalten und ungestört sein.

00:03:48: Und auch intim werden.

00:03:51: Doch genau diese Orte werden zu Tatorten.

00:03:55: Und es sind nicht nur Einheimische, die hierher kommen – auch Touristenpaare suchen warme Abende vor den Toren der Stadt.

00:04:02: ein Stück Italien für sich allein.

00:04:05: und rund um Florenz gibt's genug solcher Plätze Hügelfelder Lichtungen abgelegen und ruhig.

00:04:14: doch anders als sie glauben Sind Sie hier nicht alleine?

00:04:18: Sie werden beobachtet Und dann beginnt das Grauen.

00:04:22: Was dort passiert, lässt sich kaum in Worte fassen.

00:04:26: Aber nur wenn man es ausspricht wird klar wie brutal und außergewöhnlich dieser Fall wirklich

00:04:33: ist.".

00:04:36: Die zweiunddreißigjährige Barbara Locci isst am Abend des einundzwanzigsten August nineteenhundertsechzig im Auto mit ihrem Liebhaber Antonio Lobianco unterwegs.

00:04:46: Auf dem Rücksitz schläft ihr sechsjähriger Sohn.

00:04:49: Das Paar hält nahe einer kleinen Ortschaft außerhalb von Florence an.

00:04:54: Sie werden intim, aber dann fällt ein Schuss durch die Scheibe und Barbara Lorci und ihr neunundzwanzigjähriger Geliebter sind sofort tot.

00:05:07: Das Kind schafft es einen nahegelegenen Bauernhof zu erreichen um Hilfe zu holen.

00:05:12: was zunächst wie ein Einzelfall wirkt wird Jahre später eine ganz andere Bedeutung bekommen.

00:05:28: der vierzehnte September, nineteenhundertvierundsebzig.

00:05:31: Die achtzehnjährige Stefania Petini ist am späten Abend mit ihrem einjahr älteren Freund Pascuale Genticore in einem Fiat-Onehundertseinundzwanzig unterwegs.

00:05:41: Etwa von Florenz hält er Wagen auf einer einsamen Shutterpiste.

00:05:48: Der Beifahrersitz ist nach hinten geklappt – das junge Paar ist für sich!

00:05:53: Doch dann zerreißen Schüsse die Stille.

00:05:57: Sie treffen Pasquale in den Brustkorb.

00:05:59: Stefania wird am Knie und am Bein verletzt.

00:06:02: Als die Waffe leer ist, zieht der Täter ein Messer.

00:06:05: Die junge Frau wehrt sich.

00:06:07: Schnittverletzung an Händen und Armen deuten darauf hin – doch sie hat keine Chance!

00:06:13: Der Täter sticht auf sie ein.

00:06:15: Er zieht sie aus dem Auto, legt sie auf den Boden und sticht weiter zu.

00:06:20: Dreiundneunzigmal vor allem im Bereich von Brust- und Intimbereich.

00:06:26: Die Ermittler stellen später fest, die Tat wurde mit einer Pistole im Kaliber-Zweinzwanzig verübt.

00:06:32: Eine Spur, die noch eine größere Rolle spielen wird.

00:06:36: Zunächst ... Gerade Männer aus dem Umfeld von Stefania Petini ins Visier, doch die Spuren verlaufen im Sand.

00:06:44: Erst Jahrzehnte später rückt dieser Mord wieder in den Fokus – denn ihr Mitler gehen davon aus dass es hier direkten Kontakt zwischen Opfer und Täter gegeben haben dürfte und sich damit die Chance eröffnen könnte DNA-Spuren zu finden.

00:07:08: Das Muster wiederholt sich und es wird noch brutaler.

00:07:13: Die einundzwanzigjährige Textilarbeiterin Carmela de Núcho ist mit ihrem zehnjahre älteren Freund Giovanni Foggzi unterwegs, einem Lageristen.

00:07:22: Sie sitzen in einem Auto irgendwo außerhalb der Stadt.

00:07:27: In den warmen Sommernächten ist hier kaum etwas zu hören.

00:07:31: außerdem Zirpen der Grillen Dann wird das Auto von Kugeln durchsiebt Und zum ersten Mal zeigt sich ein Detail, dass später zur grausamen Signatur des Täters werden wird.

00:07:45: Er verstümmelt den Körper der Frau ... er trennt das weibliche Geschlechtsteil ab und nimmt es mit!

00:07:56: Wieder tappen die Ermittler im Dunkeln.

00:07:59: Doch diesmal fällt ihnen etwas auf.

00:08:01: Denn auch dieses Paar wurde mit einer Pistole im Kaliber .

00:08:06: Und nun richtet sich der Blick der Ermittler auf eine Szene, die sonst im Verborgenen bleibt.

00:08:13: Die der Gwadoni-Männer, die Liebespaare heimlich beobachten.

00:08:17: Schnell gerät ein Mann in den Fokus Enzo Spalletti.

00:08:21: Krankenwagenfahrer Mitte dreißig verheiratet Vater von drei Kindern.

00:08:26: Zeugen wollen in der Mordnacht sein rotem Fortonus in der Nähe des Tatorts gesehen haben.

00:08:32: Auch seine Angaben zu seinen Aufenthaltsorten dieser Nacht passen nicht so recht zusammen.

00:08:36: Hinzu kommt die Aussage seiner Ehefrau.

00:08:39: Er habe ihr von dem Verbrechen erzählt, noch bevor die Zeitung darüber berichteten – sogar von der Verstümmlung eines

00:08:46: Opfers.".

00:08:49: Vier Monate später folgt die nächste Tat.

00:08:52: Am Abend des XXIII.

00:08:54: Oktober, neunzehnhundertundachtachzig werden die vierundzwanzigjährige Telefonistin Susanna Kambi und ihre zwei Jahre ältere Verlobter Stefano Baldi getötet.

00:09:04: Beide arbeiten in einer Wohlfabrik.

00:09:07: Sie sind schon lange ein Paar, leben aber noch bei ihren Familien.

00:09:11: Dieses Mal liegen die Leichen außerhalb des Fahrzeugs.

00:09:15: Die Frau auf dem Rücken verstümmelt – die Arme nach oben angewinkelt, die Beine gespreizt.

00:09:23: Wieder tappen sie ermittler im Dunkeln.

00:09:26: Denn Einverdächtiger fällt zu diesem Zeitpunkt bereits weg — Enzo Spalletti!

00:09:32: Nach der Tat im Juni- onehundundachtachzig wird er festgenommen und sitzt seitdem im Gefängnis.

00:09:38: Später entsteht deshalb eine andere Vermutung, dass er in jener Nacht Zeuge geworden sein könnte und aus Angst geschwiegen hat.

00:09:49: Nach dem Doppelmord im Oktober oneunachtzig an Susanna Kambi und Stefano Baldi veröffentlichen die Ermittler ein Phantombild.

00:09:57: Es löst eine Welle von Verdächtigen aus.

00:09:59: Mehrere Männer, die den Bild ähneln geraten ins Visier.

00:10:02: besonders trifft es Giuseppe Filippi Betreiber einer Bar bei Pistoia.

00:10:07: Der Druck wird für ihn immer

00:10:09: größer.

00:10:10: Verdächtigungen, Spott, Schaulustige vor seiner Tür.

00:10:14: Am Ende hält er es nicht aus und nimmt sich das Leben.

00:10:19: Doch die Taten reißen nicht ab.

00:10:21: In der Toskana breitet sich Angst aus bei Einheimischen ebenso wie bei den Urlaubern.

00:10:26: Aus Unsicherheit wird Panik.

00:10:28: auf Plätzen In Bas, an der Universität in Bussen und Bahnen selbst am Küchentisch geht es nur noch um das Monster von Florenz.

00:10:38: Viele trauen sich nachts nicht mehr auf die Straße.

00:10:41: Die Polizei fährt rund um die Urstreife und die Behörden waren mit mehrsprachigen Plakaten vor der Überfallgefahr.

00:10:48: Man solle sich bitte nicht in Wäldern auffalten, um Liebe zu

00:10:51: machen.".

00:10:54: Doch für zwei junge Männer kommt diese Warnung zu spät!

00:10:57: Die beiden vierundzwanzigjährigen Studenten Jens Uwerysch und Horst Meijer aus Münster sind zum ersten Mal in ihrem Leben in Italien.

00:11:06: Auf diese Reise haben sie sich lange gefreut, schauen sich Florenz an und stellen am neunten September die VW-Bus südlich der Stadt ab.

00:11:16: Es ist dunkel – die Hügel liegen ruhig vor ihnen.

00:11:20: Sie glauben allein zu sein.

00:11:24: Diesmal verläuft alles anders!

00:11:30: Gegen Mitternacht durchschlagen Kugeln den Bus.

00:11:33: Die beiden Deutschen sind sehr wahrscheinlich sofort tot, anders als in den vorherigen Fällen werden ihre Leichen aber nicht verstümmelt.

00:11:41: Der Mittler gehen später davon aus, dass sich der Täter geirrt hat.

00:11:45: Jens Uwe Risch trägt langes gelocktes Haar und wird vermutlich für eine Frau gehalten.

00:11:51: Erst als der Teter die Schiebetür öffnet erkennt er offenbar sein Irrtum.

00:11:56: Wir haben auf Instagram ein Foto von den beiden, unter anderem veröffentlicht.

00:12:00: Wer sich selber im Bild machen möchte, kann einfach auf unsere Instagram-Seite Tatort Deutschland

00:12:05: vorbeischauen.".

00:12:07: Was ist das nur für eine Sinnlosigkeit?

00:12:10: Das fragt sich Horst Meyers Vater zu Hause in einem kleinen Ort bei Bremen.

00:12:16: Der Bild am Sonntag, sagt er damals ... Die beiden Jungen hatten sich doch so auf Florentz und die Toskana gefreut.

00:12:29: Der Mord an den beiden Deutschen ist der Erste am Touristen, aber er wird nicht der Letzte bleiben... ...die Serie geht weiter!

00:12:37: Doch bevor wir zum nächsten Mord kommen, gehen wir noch einmal zurück ins Jahr neunzehnhundertzwahlundachzig.

00:12:43: Denn bereits nach der Tat an dem verlobten Paar im Oktober neunzenteinundachtzig schlägt der Täter ein Jahr später erneut zu.

00:12:57: Auch diese Tat verläuft anders, als der Täter es offenbar geplant hat.

00:13:02: Die neunzehnjährige Näherin Antonella Miliorini und der zwei Jahre ältere Mechaniker Paolo Mainadi sind an diesem Abend vorsichtig.

00:13:12: Sie stellen ihren Fiat gut sichtbar in einer kleinen Parkbucht ab direkt an einer befahrenen Überlandstraße.

00:13:20: Doch selbst der Verkehr der Nahen Straße hält den Täter nicht davon ab zuzuschlagen!

00:13:28: Gerade als sie ihr Liebesspiel beenden, wird Paol Mainadi an der Schulter getroffen.

00:13:34: Er schafft es noch den Motor zu starten, den Rückwärtsgang einzulegen und loszufahren.

00:13:38: Antonella sitzt zu diesem Zeitpunkt auf der Rückbank durch der Wagengerät außer Kontrolle.

00:13:44: Schießt über die Straße und rutscht in einen Seitengraben.

00:13:47: Jetzt sitzen Sie in der Falle!

00:13:52: Dem Täter wird die Situation an der Straße offenbar zu riskant ... Zeugen entdecken den Fiat im Straßengraben und holen Hilfe.

00:14:00: Paolo lebt noch, er wird in einen Klinik gebracht, doch aus dem Koma erwacht er nicht.

00:14:06: Er stirbt

00:14:06: am nächsten

00:14:07: Morgen.".

00:14:12: Und jetzt entsteht erstmals eine Verbindung zur allerersten Tat aus dem August.

00:14:18: Wir erinnern uns – die Frau, ihr Liebhaber und der Sohn auf der Rückbank.

00:14:24: Lange gilt er Ehemann als Tatverdächtiger.

00:14:27: Das Tatmotiv liegt auf der Hand.

00:14:30: Seine Frau betrügt ihn, doch die Ermittler sehen sich den Fall noch einmal genauer an.

00:14:34: In den Aserwarten finden sie Patronenhösen und plötzlich wird klar ... Die Schüsse von damals stammen aus derselben Waffe einer Beretta, Kaliberl-XVII.

00:14:46: Die Waffe, die auch bei den späteren Morden verwendet wird.

00:14:49: Damit stellt sich eine neue Frage.

00:14:52: War es damals vielleicht gar kein Eifersuchtsdrama?

00:14:56: Denn die bisherige Erklärung passt natürlich zunächst ins Bild Stefano Mele, der Ehemann von Barbara Locci gestätigt hat.

00:15:04: Die Ermittlungen führen in das Umfeld sardischer Einwanderer geprägt von Armut-, Gewalt- und familiären Konflikten.

00:15:12: Doch je genauer man hinsieht, desto größer werden die Zweifel ... Und desto unübersichtlicher wird der Kreis der Verdächtigen!

00:15:20: Die Familie ist groß – und nach und nach geraten immer mehr Männer in den Fokus.

00:15:25: Ein Bruder, ein Schwager und Francesco Vincicchi Ein ehemaliger Liebhaber von Lodzji und ein Kleinkrimineller.

00:15:33: Gegen ihn sammeln sich so viele Indizien, dass er am vierzehnten Auguste twoundachzig festgenommen wird.

00:15:40: Doch dann im September neunzehnhundertdrahtzig werden die beiden Deutschen in ihrem VW-Bos ermordet – und damit ist klar, Vinci kann es nicht gewesen sein!

00:15:51: Weitere Männer aus dem Umfeld der Familie werden festgenommen.

00:15:55: Nun heißt es, sie hätten gemeinsam gehandelt und genauso wird es nach außen hin kommuniziert.

00:16:02: Man habe die Täter gefunden – Die Bevölkerung könne endlich aufatmen!

00:16:18: Der Vier, der achtzehnjährigen Pierre Rontini und ihres einzwanzigjährigen Freundes Claudio Stefanacci kommt auf einen gemeinsamen Feldweg zum Stehen.

00:16:27: Die Familie der beiden kennt sich gut.

00:16:31: An diesem Abend sitzen die Mütter noch zusammen.

00:16:34: Pierre hat versprochen gegen Mitternacht wieder zu Hause zu sein – doch sie kommt nicht nach Hause!

00:16:40: Und da ist sie plötzlich wieder….

00:16:42: die Angst in den Familien.

00:16:46: Ein Bekannter entdeckt noch in der Nacht das Auto des jungen Paares Und damit auch ihre Leichen.

00:16:54: Die Ermittler rekonstruieren später den Ablauf, der junge Mann wurde vom ersten Schuss überrascht.

00:17:00: Die Kugel durchschlägt die Seitenscheibe – zwei weitere treffen ihn sofort!

00:17:04: Als er sich gerade noch wegdrehen will fällt der tödliche dritte Schuss.

00:17:09: Danach sticht der Täter zehnmal auf ihn ein und wendet sich dann der jungen Frau zu, die nach dem ersten Schuß bewusstlos auf dem Beifahrer sitzt.

00:17:19: Was dann folgt übertrifft Alles, was die Ermittler bis dahin gesehen haben.

00:17:26: Pia Rontini wird wenige Meter vom Auto entfernt im Feld gefunden.

00:17:31: Der Täter hat sie dorthin gezogen.

00:17:33: Sie liegt auf dem Rücken Die Beine gespreizt Fast nackt.

00:17:38: Ihre Kleidung ist blutdurchdrängt.

00:17:41: Ein Schusst traf sie ins Gesicht ein weiterer in den Arm.

00:17:46: der Täter verstümmelt ihren Körper schwer Schnittverletzung am Hals, mehrere Wunden am Oberkörper und er entfernt Teile der linken Brust und des Geschlechtsteils.

00:18:03: Das Monster von Florence kennt keinen Halt mehr.

00:18:07: Es fühlt sich sicher und beginnt mit den Ermittlern zu spielen – die Ermittler machen es ihm nicht gerade schwer.

00:18:14: Karabinieri- und Staatspolizei arbeiten parallel.

00:18:17: Verschiedene Staatsanwälte sind mit dem Fall befasst.

00:18:21: Gleichzeitig gehen so viele Hinweise aus der Bevölkerung ein, dass die Polizei kaum hinterherkommt.

00:18:27: Das hat auch mit der Zeit zu tun – Anfang der Achtzigerjahre gibt es keine DNA-Analysen, keine zentralen Datenbanken und Überwachungskameras sind die absolute Ausnahme!

00:18:39: Mit jedem neuen Ansatz werden die Spekulationen immer wilder.

00:18:43: Von der Mafia über italienische Geheimdienste bis hin zu einer obskurren Sekte geraten viele ins Visier.

00:18:51: Ein Ermittler richtet seinen Blick schließlich sogar auf einen Deutschen.

00:18:55: Seine Überlegung?

00:18:57: Die Taten fallen immer in die Urlaubszeit, vielleicht nutzt jemand genau diese Zeit seit Jahren um zu morgen!

00:19:04: In der Region machen schließlich viele deutsche Ferien und die italienischen Männer zwischen dreißig und sechzig aus der Umgebung sind zu diesem Zeitpunkt bereits überprüft worden – ohne Ergebnis.

00:19:33: Doch das ist schon bald nicht mehr ihr größtes Problem.

00:19:37: Eines Tages liegt auf ihrem Schreibtisch ein Brief, die Adresse es aus ausgeschnittenen Buchstaben zusammengesetzt – ein Absender fehlt!

00:19:45: Alles deutet darauf hin, dass er vom Täter stammen könnte und das jemand gezielt den Kontakt sucht.

00:19:51: Was dem Schreiben beiliegt erschüttert selbst erfahrene Ermittler aber darauf kommen wir gleich

00:19:58: zurück.

00:20:00: Mitte der achtziger Jahre läuft die größte Fandung an die Italien bis dahin erlebt hat.

00:20:05: Ermittlern aus dem ganzen Land arbeiten an dem Fall.

00:20:08: später werden sogar Profiler aus den USA hinzugezogen Doch je mehr Menschen sich damit beschäftigen, desto unübersichtlicher wird alles.

00:20:17: Spuren verlaufen im Sand, Aussagen widersprechen sich – es kommt zu Pannen, zu falschen Geständnissen und immer wieder zu neuen Theorien!

00:20:27: Der Fall entwickelt eine Dynamik die kaum noch zu kontrollieren ist.

00:20:30: Und obwohl die Mordserie am Sommer in den letzten Jahren endet, dauert es noch Jahre bis ich überhaupt ein Verdächtiger vor Gericht verantworten

00:20:38: muss….

00:20:40: Das Ende der Mord-Serie ist noch einmal von extremer Brutalität geprägt.

00:20:45: Diesmal trifft es ein Paus Frankreich und diesmal geht der Täter anders vor.

00:20:51: Nadine Murio, Jean-Michel Kravetschvili sind mit ihrem weißen VW Golf in Italien unterwegs.

00:20:58: Sie haben bereits Zeit im modernen Badeort Forte de Marmi verbracht und waren auch in Pisa bevor sie schließlich südlich von Florenz ankommen.

00:21:06: Hier wollen Sie noch ein paar Tage bleiben, fernab vom Alltag.

00:21:10: Denn Ihr Alltag ist turbulent!

00:21:12: Nadine ist thirty-six Jahre alt, führt in Frankreich einen Schuhgeschäft und hat zwei kleine Töchter.

00:21:18: In wenigen Tagen beginnt für die Jüngere die Schule – sie will rechtzeitig zurück sein.

00:21:24: Nach der Trennung von ihrem Mann ist Jean-Michel an ihrer Seite….

00:21:27: Ein elfjahre jüngerer Musiker.

00:21:30: Am vierten September, Nineteinhalbfünfundachtzig suchen Sie sich eine abgelegene Lichtung im Wald.

00:21:36: Kampieren ist hier eigentlich verboten, doch sie bleiben trotzdem.

00:21:41: Sie schlagen ihr Zelt auf und verbringen auf der Lichtung die Nacht vom siebten auf den achten September.

00:21:47: Es wird ihre letzte Nacht sein – und den ersten Schulter ihrer Tochter wird Nadine nicht mehr

00:21:53: erleben.".

00:21:56: Diesmal durchdringen keine Kugeln die Scheiben eines Autros.

00:22:00: Stattessen wird das Zelt von hinten aufgeschlätzt.

00:22:03: Das Paar is nackt!

00:22:06: Wahrscheinlich sind die beiden gerade intim, als der Täter mehrfach auf sie schießt.

00:22:12: Nadine stirbt noch im Zelt.

00:22:14: Jean-Michel wird zunächst am Handgelenk und am Ellbogen getroffen.

00:22:19: Er schafft es, das Zelt zu verlassen und in die Dunkelheit zu laufen – aber der Tater folgt ihm!

00:22:25: Als das Magazin leer ist, greift er zu einem Messer.

00:22:28: Schnittverletzungen an den Armen des XXV-Jährigen deuten darauf hin, dass er sich noch gewährt hat.

00:22:35: Der Täter sticht mehrfach auf ihn ein.

00:22:38: Insgesamt dreizehnmal in Rücken, Brust und Hals.

00:22:42: Jean-Michel stirbt auf der Lichtung.

00:22:44: Seine Leiche bedeckt ihr Täter mit Abfällen.

00:22:47: Dann kehrt er zum Zelt zurück.

00:22:49: Dort verstümmelt er den Körper von Nadine.

00:22:53: Er entfernt Teile der linken Brust oder ihres Geschlechtsteils und nimmt diese mit.

00:22:58: Am nächsten Tag entdeckt ein junger Pilzsammler die beiden Leichen.

00:23:06: Und nach diesem Mord ... liegt der Brief, den ich gerade schon erwähnt habe auf dem Schreibtisch von Sylvia de la Monica.

00:23:13: Der Staatsanwältin mit der Adresse aus ausgeschnittenen Buchstaben.

00:23:18: Als die Ermittler den Brief öffnen wird klar, mit wem sie es hier zu tun haben – mit jemandem, der seine Botschaft auf drastische Weise untermauert!

00:23:30: Denn im Inneren liegt die linke Brust von Nadine Maurio.

00:23:38: Es ist der schockierende Höhepunkt einer siebzehn Jahre andauernden Mordserie rund um Florenz.

00:23:45: Acht Doppelmorde, sechzehn Opfer immer in den warmen Monaten zwischen Juli und Oktober – immer mit einer Pistole Kali bei zwanzig, immer an abgelegenen Orten auf Schotterpisten oder einsamen Plätzen und in Momenten, in denen die Paare gerade intim sind oder es kurz zuvor waren Ab hier, ab dem Tag, um die Taten zu holen.

00:24:08: Sechs Doppelmorde in etwas mehr als vier Jahren.

00:24:11: Warum nach der Tat im Jahr nineteenhundertvierundsiebzig so viel Zeit vergeht?

00:24:15: Bevor der Täter wieder zuschlägt, bleibt ungeklärt.

00:24:19: Denn über Il mostro di Firenze – so wird das Monster von Florence genannt – weiß man so gut wie nichts!

00:24:27: Ende der achziger Jahre versuchen Diamitler dem Täter auch psychologisch näherzukommen.

00:24:35: Wird das FBI hinzugezogen?

00:24:37: Forensische Psychologen erstellen ein Profil.

00:24:40: Demnach ist der Mörder bei seinen ersten Taten vermutlich zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt, und dürfte entsprechend in den späten dreißiger oder vierziger Jahren geboren sein.

00:24:50: Was beim Profiling deutlich wird – es geht dem Täter nicht nur ums Töten!

00:24:56: Die Ermittler gehen davon aus, dass er gezielt Körperteile entfernt die für ihn für weibliche Sexualität stehen, als eine Art Fetisch etwas das ermittnimmt um später immer wieder in seine Fantasien zurückzukehren.

00:25:11: Auffällig ist dabei es gibt keine Hinweise auf sexuelle Handlung vor dem Tod, keine Vergewaltigung, keine entsprechenden Spuren.

00:25:21: beschrieben wird der Täter als isolierter Mann, sexuell unerfahren jemanden, der kaum oder gar keine einvernehmlichen Beziehung zu Frauen seines Alters hatte.

00:25:30: Und genau an diesem Punkt stellen sich Fragen.

00:25:33: Wie gebe ich weiter in unseren Experten und Psychologen, Sven Steffes Holländer?

00:25:38: Denn wie passt das zusammen, Sven ein Mann ohne große sexuelle Erfahrung der gleichzeitig solche Taten begeht bei denen er gezielt Körperteile entfernt?

00:25:49: es gibt keine Vergewaltigung, keine direkten sexuellen Handlungen.

00:25:54: trotzdem richtet sich die Gewalt so eindeutig auf den Körper.

00:25:59: Gerade bei Tätern, die kaum eigene sexuelle Erfahrungen haben kann es sein dass sich Sexualität nicht in echten Begegnungen entwickeln sondern fast ausschließlich im Kopf und das heißt dann Wünsche Vorstellungen oder auch Frustrationen bleiben dort und können sich über Jahre immer weiter zuspitzen.

00:26:20: Und die Gewalt richtet sich dann zwar gegen den Körper Aber sie ersetzt eben keine Sexualität.

00:26:28: Sie ist Ausdruck dieser verzerrten Fantasien und da es keine Vergewaltigungen gibt, passt das sogar dazu.

00:26:39: also der Täter vermeidet die direkte sexuelle Interaktion weil sie für ihn möglicherweise gar nicht zugänglich ist oder in ihm vielleicht sogar Angst auslöst.

00:26:52: Und das Entfernen von Körperteilen, so Magrabba sich das anhört ist in solchen Fällen oft eher symbolisch.

00:27:01: Also es geht darum, sich etwas anzueignen dass für den Täter eine Bedeutung hat und dass weniger als Beziehungen zu einem Menschen sondern ja das wirkt eher wie ein Objekt über das er verfügen kann auch von sogenannten Trophäen, die später wieder hervorgeholt werden um die Tat innerlich erneut zu erleben.

00:27:27: Um was denkst du?

00:27:27: Warum greift der ausgerechnet Paare in genau diesen Moment an?

00:27:33: Der Angriff auf Paare noch dazu in solchen Intimmomenten deutet darauf hin dass der Täter genau das ins Visieren nimmt, was er selbst nicht hat und nicht erreichen kann nämlich Nähe, Sexualität Beziehung und gleichzeitig Wählt er eine Situation, in der die Opfer besonders verletzlich sind?

00:27:53: Sie fühlen sich unbeobachtet.

00:27:56: Lassen die Aufmerksamkeit sinken, sind ganz aufeinander konzentriert und für den Täter bedeutet das Kontrolle eher bestimmt wann er eingreift und wann er diesen Moment beendet.

00:28:08: Und genau darin liegt für mich ein zentraler Aspekt solcher Taten es geht nicht nur um das Opfer selbst sondern auch Gezielte Zerstören von Näher.

00:28:22: Mit diesem Täter-Profil arbeitet nun auch der Mann, die den Ermittlungen eine neue Richtung geben soll.

00:28:29: Ruggero Perugini – ein Hauptkommissar mit Erfahrung.

00:28:33: Gut vernetzt ausgebildet in den USA.

00:28:36: Jemand, der nicht mehr nur einzelnen Spuren folgt, sondern beginnt das Ganze systematisch zu ordnen.

00:28:43: Er setzt auf Profiling gleich Daten ab durch Forsted Listen sucht nach Mustern Männer aus der Region, vorbestraft des Sexualstraftäter Personen die nach den Morden auffällig geworden sind.

00:28:55: Nach und nach verdichtet sich das Bild Und irgendwann bleibt ein Name übrig Pietro Paczani Ein Bauer aus der Toscana Ein Mann, der in den Akten immer wieder auftaucht Grob Ungebildet, gewalttätig.

00:29:11: Etwa ein Meter und sechzig groß.

00:29:14: Schon als junger Mann tötet er einen Rivalen aus Eifersucht mit Messer unter einem Stein.

00:29:20: Jahrzehntel später wird er erneut verurteilt wegen jahrelangen sexuellen Missbrauchs an seinen eigenen Töchtern.

00:29:27: Und plötzlich steht die Frage im Raum?

00:29:30: Hat die Mordserie in nineteen hundert fünfund achtzig deshalb aufgehört?

00:29:35: Zeugen wollen ihn in der Nähe mehrerer Tatorte gesehen haben!

00:29:39: In seinem Haus stoßen die am Mittlauf Notizen, darunter ein Nummernschild mit dem Vermerk Pärchen.

00:29:45: Ein Skizzenblock taucht auf aus Deutschland, den die Eltern eines der Opfer später wiedererkennen und dazu kommt der Ruf, der ihm vorauseilt.

00:29:54: Pajani gilt als notorischer Spanner.

00:29:58: Als die Polizei sein Haus durchsucht, geschieht das mit enormem Aufwand – sogar ein Bagger kommt zum Einsatz!

00:30:05: Die Beamten finden pornografische Zeichnungen, Zeitungsartikel über die Morde.

00:30:10: Ein selbst gemaltes Bild, das sie als satanistisch einordnen und auch eine

00:30:15: Patronenhöse.".

00:30:20: Also wenn das nicht nach dem Täter klingt, dann weiß ich es auch nicht!

00:30:24: Naja...die Tatwaffe wird leider nie gefunden aber die Indizien reichen Perugini um überzeugt zu sein.

00:30:31: Sie haben das Monster von Florence gefunden.

00:30:34: Erst im Januar nineteenhundertdreundneunzig wird Pietro Pagiani verhaftet.

00:30:39: Ein Jahr später beginnt Florence ein Prozess, der das ganze Land in Atem hält.

00:30:44: Der Gerichtssaal ist überfüllt.

00:30:46: Journalisten aus aller Welt berichten – draußen wird gestritten!

00:30:50: Ist es wirklich das Monster von Florence oder sitzt hier einfach nur einen Sündenbock auf der Anklagebank?

00:30:57: Im Saal werden Fotos der Opfer gezeigt.

00:30:59: So verstören dass selbst erfahrene Polizisten zusammenbrechen.

00:31:04: Unter den Zuschauern sitzt auch der US-Schriftsteller Thomas Harris, der später mit Hannibal Lecter einer der bekanntesten Serienkillerfiguren der Literatur schaffen wird.

00:31:14: Und draußen vor dem Gericht feiern manche Pagiani als unschuldigem Mann.

00:31:19: Trotz all dieser Zweifel fällt nineteenhundertneunzig das Urteil lebenslange Haft wegen mehrerer Doppelmorde.

00:31:32: Klingt für mich jetzt aber nicht so, als wäre die Geschichte damit zu Ende?

00:31:36: Ja, und die Zweifel sind von Anfang an da.

00:31:39: Nach dem Urteil kehrt in Florenz-und Umgebung zunächst zwar Erleichterungen ein, denn zum ersten Mal seit Jahren ist ein Mann verurteilt, dem die Taten weitgehend zugeschrieben werden können.

00:31:50: Aber das Urteil stützt sich vor allem auf Indizien nicht auf eindeutige Beweise.

00:31:55: Pietro Pagiani weist jede Schuld von sich und legt Berufung ein.

00:32:00: Im Februar, nineteenhundertsechsohnneunzig kommt es dann zur Wende.

00:32:04: Das Berufungsgericht hebt das Urteil auf und spricht ihn frei.

00:32:09: Die Richter begründen ihre Entscheidung unter anderem mit erheblichen Zweifeln an der Einzeltäter These und mit Hinweisen darauf, dass mehrere Personen an den Taten beteiligt gewesen sein

00:32:19: könnten.".

00:32:21: Es gibt aber auch eine Theorie nach der die Morde im Auftrag eines geheimen Kreises begangen wurden – eines Netzwerks, dem okkulte oder sogar satanistische Motive zugeschrieben werden!

00:32:33: Ausgangspunkt ist eine Beobachtung der Ermittler.

00:32:36: Pagiani und sein Umfeld verfügen über ungewöhnlich viel Geld, dazu kommen widersprüchliche Aussagen und auffällige Funde die sich nicht eindeutig erklären lassen!

00:32:48: Im Laufe der Zeit rückt ein weiterer Name in den Fokus – Francesco Narducci, ein wohlhabender Arzt aus Peruccia.

00:32:56: Er stirbt in five und achtzig unter umgeklärten Umständen und gilt in dieser Theorie als mögliche Schlüsselfigur, als jemand der Teil eines größeren Netzwerks im Hintergrund gewesen sein könnte.

00:33:10: Parallel dazu geraten Männer aus Pajanes Umfeld ins Visier der Ermittler.

00:33:15: Einige von ihnen werden festgenommen und später verurteilt wegen Beteiligung an vier der acht Morde.

00:33:22: Ihre Aussagen sind widersprüchlich – sie verstricken sich immer wieder!

00:33:26: Und doch reichen die Indizien für

00:33:29: Verurteilungen.".

00:33:31: Auch Pajani selbst wird erneut angeklagt.

00:33:34: Doch zu einem endgültigen Abschluss kommt es nicht mehr.

00:33:37: Der Oberste Gerichtshof hebt den Freispruch auf und ordnet eine neue Verhandlung an, doch bevor sie beginnt, wird Pajiani am Zweiundzwanzigsten Februar nineteenhundertdachtundneunzig tot in seiner Wohnung aufgefunden.

00:33:51: Offiziell stirbt er an einem Herzinfarkt.

00:33:54: Die genauen Umstände bleiben jedoch ungeklärt.

00:34:00: Später in Haft.

00:34:02: Und bei all der Komplexität dieses Falls lohnt es sich, einmal kurz innezuhalten und die wichtigsten Punkte zusammenzuführen.

00:34:11: Keiner der Männer, die im Laufe der Jahre im Fokus standen hat sich zu Lebzeiten jemals zu dieser Mordserie bekannt.

00:34:19: Auch die erste Tat.

00:34:20: der Fall aus dem Jahr nineteen neunundsechzig bleibt bis heute rätselhaft!

00:34:26: Damals gerät zunächst das unmittelbare Umfeld des Opfers in den Blick der Ermittler, vor allem der Ehemann von Barbara Locci.

00:34:34: In diesem Zusammenhang entsteht auch eine Theorie die mit ihrer Herkunft verknüpft ist – Locchi stammt aus einem sadischen Umfeld, in dem familiäre Konflikte auch mal gewaltsam eskalieren.

00:34:47: Einige Ermittler vermuten deshalb, es könne sich um eine Form von Blutrache gehandelt haben.

00:34:53: Und auch wenn die Ermittlern dieser Spur intensiv

00:34:57: nachgegangen

00:34:57: sind, zahlreiche Männer ins Visier geraten und sogar verhaftet wurden bringt sie am Ende keinen entscheidenden Durchbruch.

00:35:19: Einzeltäter, mehrere Täter ganz unterschiedliche Ansätze.

00:35:24: Was ist denn eure Einschätzung?

00:35:26: War es ein Täter oder waren es gleich vielleicht mehrere?

00:35:31: Diskutiert damit gerne unter dieser Folge.

00:35:33: Wir sind gespannt wie ihr das seht!

00:35:48: Gefunden wird diese allerdings nie.

00:35:51: Was die Ermittler auch unternehmen, es bringt sie dem Täter nicht näher.

00:35:56: Am Ende werden rund einhunderttausend Menschen befragt – ohne Ergebnis!

00:36:01: Doch dann werden die Ermittlungen noch einmal neu aufgerollt.

00:36:06: Im Jahr twenty-fünfzehn, dreißig Jahre nach dem letzten Doppelmord machen Ermittlern noch einmal einen überraschenden Fund.

00:36:14: bei der erneuten Durchsicht Alter Beweisstücke stoßen sie auf eine Kugel, die damals übersehen worden war.

00:36:23: Sie steckt in einem Kissen das im Zelt des französischen Pärchens Nadine Maurio und Jean-Michel Gravitch-Villilac.

00:36:30: an dieser Kuge sichern die Forensika DNA Spuren von zwei Personen doch schnell zeigt sich eine dieser Spuren gehört zu einem Ermittler Eine klassische Kontamination.

00:36:43: Die zweite DNA bleibt aber rätselhaft.

00:36:46: Sie passt weder zu den Opfern, noch zu den Bekannten Verdächtigen.

00:36:51: Klingt nach einem brisanten Fund?

00:36:54: Ja – Aber erst im Jahr ist es wieder Bewegung in dem Fall.

00:36:58: Der italienische Arzt Lorenzo Jovino, der in den USA als Hematologe arbeitet, wertet die alten DNA-Spuren noch einmal aus und vergleicht sie mit Material aus anderen Tatorten.

00:37:11: Und dabei stößt er auf eine mögliche Verbindung.

00:37:14: Ähnliche Spuren finden sich auch an Patronenhülsen aus zwei weiterer Doppelmorde der Serie, darunter dem Mord an den Studenten aus Münster.

00:37:31: Experten gehen davon aus, dass die DNA-Spuren beim Laden der Waffe auf die Projektile gelangten und den Schuss überstanden haben.

00:37:39: Laut Iovino passen diese Spuren jedoch weder zu den Opfern noch zu den später verurteilten Personen.

00:37:46: Das heißt sie könnte von derselben Person stammen – sicher ist das aber nicht!

00:37:52: Denn es handelt sich nur um Teilprofile, nicht um vollständige genetische Fingerabdrücke.

00:37:59: Trotzdem verbreiten sich schnell die Behauptungen, dass die DNA des Täters sei bereits entschlüsselt.

00:38:04: Das stimmt so nicht!

00:38:05: Was fehlt ist der entscheidende Vergleich – genau hier setzt eine neue Forderung an.

00:38:10: Der Anwalt Fieri Adriani, der Angehörige der Opfervertritt, fordert einen der ältesten Tatorten noch einmal zu öffnen im wahrsten Sinne des Wortes.

00:38:21: Er will die Exhumierung von Stefania Petini dem Opfer von.

00:38:26: Unter ihren Fingernägeln könnten sich noch Spuren des Täters befinden.

00:38:32: Sollte dort DNA gesichert werden, die mit der von Iovino analysierten Spur beeinstimmt, hätte man erstmals ein belastbares genetisches Profil.

00:38:43: Doch soweit ist es nicht – bis heute fehlt der

00:38:46: Beweis.".

00:38:48: Gerade weil sich die Taten über Jahre hinweg so deutlich wiederholen, entsteht eine Erwartung dass dieses Muster irgendwann greifbar wird, das die Waffe, die immer wieder verwendet wird, irgendwann zum entscheidenden Hinweis führt.

00:39:01: Dass sich daraus eine Spur ergibt, die ... zum Täter führt.

00:39:05: Doch genau das passiert nicht!

00:39:08: Bis heute gibt es keine eindeutige Antwort darauf, wer dahintersteckt.

00:39:13: Ein Täter?

00:39:14: Mehrere

00:39:14: Täter?!

00:39:15: Was bleibt ist die Hoffnung, dass ausgerechnet die Spuren, die so lange keine Rolle gespielt haben doch noch den entscheidendem Hinweis liefern könnten.

00:39:24: Und so bleibt dieser Fall auch fast sechzig Jahre nach der ersten Tat eines der schaurigsten und verstörendsten Kapitel italienischer Kriminalgeschichte.

00:39:34: Und einer der rätselhaftesten, ungelösten Fälle Europas – trotz Ermittlungen die zu den aufwendigsten italienischen Kriminal-Geschichten zählen mit Unterstützung der Geheimdienste und sogar des amerikanischen FBI.

00:39:53: Wir danken euch fürs Zuhören und wir danken unserem Experten Sven Steffes Holländer für seine Einschätzung.

00:40:02: Das Skript hat Ariane Werner verfasst, es basiert unter anderem auf den Recherchen des Tagesanzeigers sowie Artikeln vom Spiegel, Könnerstadt-Anzeiger Süddeutsche Time, Esquire BZ Welt & Bild

00:40:14: Aufnahme und Schnitt Farina Kirmse Prostproduktion durch Schwarz Audio Berlin.

00:40:20: Damit bis zum nächsten Fall Euer Mirko

00:40:23: Und eure Farina.

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