Der Bäcker war’s? Das Blutbad von Siegelsbach
Shownotes
In der kleinen Gemeinde Siegelsbach wird 2004 eine Sparkassenfiliale zum Tatort eines der brutalsten Banküberfälle der deutschen Kriminalgeschichte: drei Menschen geraten ins Visier, Schüsse fallen, nur zwei überleben schwer verletzt. Als die Opfer nach ihrer Genesung denselben Namen nennen, beginnt ein Fall voller Indizien, Zweifel und Gerichtsurteile, der ein ganzes Dorf spaltet.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Es ist ein ganz normaler Tag in einer Bankfiliale, in der baden-württembergischen Kleinstadt Segelsbach im Jahr four.
00:00:09: Als plötzlich ein Verbrechen von schier atemberaubender Brutalität und Skrupellosigkeit geschieht.
00:00:17: Ein Mann zieht eine Waffe drei Menschen geraten ins Visier mehrere Schüsse fallen nur zwei der drei Opfer überleben schwer verletzt.
00:00:27: es ist einer der brutalsten banküberfälle der deutschen kriminalgeschichte.
00:00:32: Die Überlebenden können sich nach ihrer Genesung erinnern.
00:00:35: Trotz der Situation, trotz der Verletzung.
00:00:38: Sie beschreiben den Täter – sie sagen, sie hätten ihn erkannt und nennen einen Namen.
00:00:43: Ein aus dem Ort.
00:00:45: Einen aus Sigelsbach.
00:00:48: Für die Ermittler ist es ein ganz klarer Ansatzpunkt.
00:00:51: Für viele im Umfeld ist das Gegenteil.
00:00:54: Die meisten Ortsansässigen glauben an einen Irrtum.
00:00:57: Denn der Mann, den die Überlebende beschreiben, passt nicht zu dem Bild dass man von ihm hat.
00:01:04: Er ist niemand, den man eine solche Tat zutrauen
00:01:07: würde.".
00:01:08: Und so beginnt ein Fall in dem viele Indizien auf einen Mann hindeuten und er trotzdem zunächst freigesprochen wird.
00:01:17: Willkommen zu Tata Deutschland!
00:01:19: Ich bin Farina Kiermser...
00:01:21: ...und ich bin Merko Kazimir.
00:01:23: Schön das ihr wieder eingeschaltet habt.
00:01:34: Die Crime-Doku
00:01:36: von Bild Siegelsbach wirkt auf den ersten Blick wie er im Ort in dem alles seinen festen Platz hat.
00:01:47: Gepflegte Häuser, viel Fachwerk und ein Dorfbrunn in der Mitte.
00:01:52: Mit etwas über eineinthausend sechshundert Einwohnern ist Siegelsbach einer der kleinsten Gemeinden im Landkreis Heilbronn.
00:01:59: Die Wege sind kurz die Strukturen überschaubar Und wer hier lebt ist Teil eines Gefüges, indem man aneinander kennt und einschätzen kann.
00:02:08: Jeder hat seine Rolle und selten passiert etwas Ungewöhnliches.
00:02:13: Gerade deshalb erschüttert diese Tat den Ort so tief.
00:02:16: Nicht nur wegen ihrer Brutalität, sondern auch weil der mutmaßliche Täter kein Fremder ist.
00:02:22: Niemand von außen, niemand aus der organisierten Kriminalität.
00:02:26: Sondern jemand, der zu diesem Ort gehört.
00:02:29: Jemand, der Teil des Alltags war in einer Gemeinde, in der es bis dahin kaum Kriminalität gegeben hatte.
00:02:37: und genau das macht den Fall für Siegelsbach so schwer begreifbar.
00:02:41: Der Ort steht wochenlang unter Schock.
00:02:43: Die Menschen versuchen zu verstehen, wie so etwas geschehen konnte.
00:02:47: Wie eine solche Tat ausgerechnet dort möglich war, wo man sich sicher glaubte.
00:02:52: Denn was hier zerbricht ist mehr als nur das Gefühl von Sicherheit.
00:02:57: Es ist auch das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung In die Vorstellung, die Menschen um sich herum zu kennen.
00:03:05: Der bekannte Polizeipsychologe Adolf Galwitz drückt es etwas anders aus.
00:03:15: Er sagt, in Gemeinden wie Siegelsbach funktionieren die Menschen im System gegenseitiger sozialer Kontrolle.
00:03:23: Dort geht man mit Krawatte und erhobenem Kopf in der Scheiße unter weil man sich keine Blöße geben
00:03:30: will.
00:03:44: Zum Mittagszeit ist das kleine Dorf noch ausgestorben als ohnehin schon.
00:03:48: Nur, ab und zu fährt ein Auto die Durchgangstraße entlang.
00:03:52: Kurz vor vierzehn Uhr ist es einen VW Britischen Wagen der am Dorfplatz hält.
00:03:58: Zur selben Zeit kehrt auch der Bankangestellte der kleinen Sprachkassenfiliale im Ort aus seiner Mittagspause zurück.
00:04:05: Es ist der neunzwanzigjährige Thorsten M., Die Filiale ist eine Einmann-Zweigstelle.
00:04:10: Er schließt die Bank auf um betritt den Scheiterraum.
00:04:14: Die Überwachungskamera läuft zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
00:04:16: Sie muss erst manuell eingeschalten
00:04:18: werden.".
00:04:20: In diesem Moment folgt ihm ein Mann durch die Tür, unmaskiert.
00:04:24: Schnell ist er hinter dem Bankangestellten im Schalterraum.
00:04:28: «Überfall!
00:04:28: Geld her!» sagt er.
00:04:31: in seiner Jagdentasche steckt eine Pistole, eine Walter-PP Kaliber-Siebenfünfundsechzig.
00:04:37: Thorsten M reagiert wie man es ihm beigebracht hat.
00:04:40: Er öffnet den Tresor und packt das Geld in eine Plastiktüte.
00:04:43: Rund dreiunddreißigtausend fünfhundert Euro.
00:04:47: Zunächst wirkt alles wie ein normaler Überfall, sowie auch anderswo schon vorgekommen ist.
00:04:53: Und so wie ja auch hier in der kleinen Sparkassenfiliale ins Siegelsbach schon einmal passiert ist, ein Jahr zuvor im Oktober zwei tausend Drei.
00:05:01: Aber diesmal ... Ist es anders?
00:05:04: Diesmal eskaliert die Situation!
00:05:08: Der Täter befiehr Thorsten M sich hinzuknien.
00:05:10: Und noch bevor klar ist, was er vorhat, schlägt er zu mit dem Griff der Pistole von hinten und mit voller Wucht mehrfach.
00:05:20: Die Schläge treffen den Bankangestellten am Kopf.
00:05:24: Selbst als Thorsten m bereits am Boden liegt, hört der Täter nicht auf.
00:05:27: Er schläght weiter bis der Mann sich nicht mehr bewegt.
00:05:31: Der Tater glaubt Thorstenm sei tot und verlässt die Bank.
00:05:36: Doch im Eingangsbereich trifft er auf ein älteres Ehepaar.
00:05:39: Den sixundsechzigjährigen Hermann C und seine fünfundsechzichrige Frau Gisela.
00:05:45: Die beiden wollen an diesem Tag eigentlich nur noch Geld für eine bevorstehende Reise abheben, nichts deutet für sie darauf hin, dass sie in diesen Moment in eine tödliche Situation geraten.
00:05:55: Hermann c spürt sofort das etwas nicht stimmt.
00:05:58: Er zieht seine Frau zur Tür und sagt schnell raus hier!
00:06:03: Da kommt ihnen schon der bewaffnete Mann entgegen.
00:06:06: Er dirigiert das Ehepaar zurück in den Schalterraum.
00:06:09: Es gibt kaum Worte, keine Diskussion!
00:06:11: Der Täter agit schnell, zielgerichtet und ohne Zöger.
00:06:15: Der Mann muss sich über ein Stuhl beugen.
00:06:19: Der Teter setzt ihm die Pistole in den Nacken und drückt ab.
00:06:22: Das Projektil tritt unterhalb des Unterkiefers wieder aus.
00:06:26: Unmittelbar danach richtet er die Waffe auf die Frau.
00:06:29: Eis kalt, drückt er ab.
00:06:33: Zwei Schüsse aus nächster Nähe ins Gesicht... Dann verlässt er die Bank.
00:06:38: Er steigt in sein Auto und fährt davon, in Richtung Wald.
00:06:41: Auf einer Lichtung spielt eine Kindergruppe des evangelischen Kindergartens.
00:06:46: Er trifft dort den Fahrer und erhält sich kurz mit ihm.
00:06:49: Nichts an dieser Begegnung wirkt
00:06:51: auffällig.".
00:06:55: Niemand hat den Täter beim Verlassen der Bankfiliale gesehen.
00:06:59: Niemand hört Schüsse gehört!
00:07:01: Erst zehn Minuten später betritt ein Kunde den Schalterraum.
00:07:05: Ihm bietet sich ein Bild das man in einem Ort wie Siegelsbach nicht für möglich hält.
00:07:10: Der Bankangestellte liegt schwer verletzt am Boden.
00:07:13: Seine Schädeldecke ist zertrümmert.
00:07:16: Daneben die tote Frau, ihr Ehemann bäuchlings über einen Stuhl gebeugt.
00:07:21: Er ist lebensgefährlich verletzst.
00:07:23: Die Polizei tappt nach dieser Tat zunächst im Dunkeln.
00:07:26: Auch der Fluchtweg ist unklar.
00:07:29: Uns fähren zehn Minuten sagt ein Polizeisprecher.
00:07:33: Die ermittler gründen die zwanzigköpfige Sonderkommission Siegelsbach und setzen große Hoffnungen auf die Auswertung der am Tatort gesicherten Finger, Faser- und Blutspuren.
00:07:44: Aber die beiden Schwerverletzten haben Erinnerungen an den Täter.
00:07:50: Und sie nennen beide unabhängig voneinander einen Namen.
00:07:55: Der Rentner Hermann C. flüstert noch schwer verletzt neben seiner toten Frau in der Bank, den Namen Alfred
00:08:02: B. Dass der Bankkunde, grenzt.
00:08:09: ein absolutes Wunder.
00:08:11: Der behandelnde Chirurg, der ihn mit einer Notoperation rettet, spricht von einer Hinrichtung wie sie vielleicht einer unter tausend überlebt.
00:08:20: Die Kugel geht nur um Millimeter am Rückenmark vorbei.
00:08:25: Doch den Witwa quält er nach eine Frage.
00:08:28: Warum meine Frau und warum nicht ich?
00:08:33: Aufgrund der frühen Namensnennung kann die Polizei den Verdächtigen bereits wenige Stunden später verhören Doch er wird schnell wieder freigelassen.
00:08:43: Der Tatverdacht habe sich nicht erhärtet, teilt die Polizei mit.
00:08:47: Auch der Bankangestellte Thorsten M äußert sich später im Krankenhaus.
00:08:51: Trotz Erinnerungslücken in Folge seiner schweren Verletzungen sagt er ...
00:08:59: Auch er hat Furchtbares erlebt!
00:09:02: Er liegt mehrere Tage im Koma.
00:09:12: Sein Zustand ist kritisch, aber er überlebt auch wenn er nur knapp dem Tod entgeht.
00:09:18: Später wird ihm eine Titanplatte in die Schädeldecke
00:09:21: eingesetzt.".
00:09:24: Beide Überlebende sagen es war Alfred B., der siebenundvierzigjährige wird verhaftet doch mit der Anschuldigung so neben es vielem Ort war kommt man in Siegelsbach nicht klar.
00:09:36: Es herrscht blankes Entsetzen.
00:09:39: Ihr Bäckermeister?
00:09:40: Seit zwanzig Jahren kaufen sie ihre Brötchen bei ihm.
00:09:43: Ein Traditionsbetrieb, den er von seinem Vater übernommen hat.
00:09:46: Seine erwachsenen Töchter helfen im Laden mit und heißt auch noch der jüngste Sohn, der am Ort zur Schule geht.
00:09:52: Nein das kann nicht sein!
00:09:53: Alfred B mag vielleicht ein etwas eigenbrödlerischer Mensch sein aber dass er unmaskiert eine Bank in seinem eigenen Wohnort überfällt und dabei jeden töten will, der ihm im Weg steht... nein Für die Menschen in Siegesbach passt das einfach nicht zusammen.
00:10:32: Die Schulden wachsen, gleichzeitig aber besitzt Alfred B. mehrere Häuser und Grundstücke.
00:10:37: Neben der Bäckerei betreibt er weitere Geschäfte bei denen nicht ganz klar ist wie viel er damit tatsächlich verdient – und wer überhaupt sein Kunde ist!
00:10:46: Seine eigentliche Leidenschaft gilt nämlich offenbar nicht der Backstube sondern der Jagd.
00:10:52: Er hält sich oft im Wald auf, er betreibt sogar ein eigenes Schlachthaus zu dem auch andere Jäger ihr Welt bringen.
00:10:58: Das Fleisch verkauft er.
00:11:00: unter der Hand gibt es noch ein weiteres Geschäft.
00:11:04: Alfred B. handelt mit Gerätschaften aus einem stillgelegten amerikanischen Militärdepot, das er ausschlachten durfte.
00:11:12: Das bringt ihm eine Menge Schwarzgeld – so sagt es später seine Tochter Simone B.
00:11:18: Wenn wir von Alfred B als Täter ausgehen, Banküberfälle werden ja oft mit Geldnot in Verbindung gebracht ... Dann ist das bei dem Bäcker nicht auf den ersten Blick der Fall!
00:11:29: Seine Tochter erinnert sich, dass ihr Vater immer einen Haufen Geld bei sich hatte.
00:11:34: In der Brusttasche seines Hemdes oder in der Hosentasche.
00:11:37: Manchmal habe er sogar Geld im Aschenbecher seines alten Mercedes versteckt.
00:11:41: Auch seine Ex-Frau sagt ... Allerdings war das Geld oft nicht dort wo es eigentlich gebraucht wurde auf dem Konto.
00:11:54: Seine tochter erzählt Das Lastschriftverfahren regelmäßig geplatzt sein.
00:11:59: Während sie das beunruhigt habe, habe es ihren Vater nicht im Geringsten interessiert.
00:12:05: Das habe ihn immer kalt gelassen, sagt sie.
00:12:08: Überzogene Kunden und gleichzeitig viel Bargeld.
00:12:12: Einige Tage nach der Tat entdeckt die Polizei bei einer Hausdurchsuchung an der Rückwand eines alten Kühlschranks und in weiteren Verstecken rund zwanzigtausend
00:12:20: Euro.
00:12:21: Und auch am Tartag selbst fällt etwas auf ... Kurz nach dem Überfall zahlt Alfred B. Zehntausend Euro bei der Volksbank im benachbarten Bad Rappenau ein, einen Tag später noch einmal einen höheren Betrag.
00:12:34: Rechnet man das zusammen kommt man relativ genau auf die thirty-tausend fünfhundert Euro Die bei dem überfall auf die Sparkasse erbeutet wurden.
00:12:45: Doch für die Siegesbache ist das alles nicht so eindeutig.
00:12:48: Für sie steht nur fest alfred b ist an diesem mittag durch den ort gefahren Denn er wurde gesehen.
00:12:54: aber wann genau?
00:12:56: Vor dem Überfall, währenddessen oder danach?
00:12:59: Der Zeuge der den Bäcker entlastet ist ein Bauer, der mit seinem Traktor unterwegs war.
00:13:04: Er will Alfred B am Tartag um dreizehn auf fünfzig Ortsauswärts in seinem Kastenwagen gesehen haben.
00:13:12: An die Uhrzeit erinnert er sich so genau weil er sie an der Kirchturm-Uhr abgelesen haben will.
00:13:17: Das würde bedeuten, der Bäcker kann nicht der Täter sein Denn genau zu dieser Zeit fand der Überfall
00:13:24: statt.
00:13:27: Die Sonderkommission setzt große Hoffnung in die Auswertung der Blutspuren am Tatort.
00:13:31: Und die zeichnen ein klares Bild!
00:13:34: Im Blut in der Bank entdecken die Ermittler den Abdruck eines seltenen Jagdstiefels französischer Herkunfts.
00:13:40: Die Größe passt zu den Schuhmaßen des Bäckers, solche Stiefel hat Alfred B nachweislich früher besessen – außerdem soll es eine winzige Blutspur im Auto des Bäckeres geben, wie vom Bankangestellten stammen
00:13:53: könnte….
00:13:54: Zudem verfügt Alfred B über eine Pistole eines sehr seltenen Typs, die dem bei der Tat eingesetzten Modell entspricht.
00:14:02: Er hat sie von seinem Vater geerbt – allerdings bereits vor Jahren als verloren gemeldet!
00:14:07: Die Indizien deuten also immer stärker auf Bäckermeister Alfred B hin und elmählich ändert sich auch die Meinung in Siegelsbach.
00:14:15: Spätestens aber als am vierzehnten April, zwei-tausendfünf sechs Monate nach der Tat vor dem Landgericht Heilbronn der Prozessbeginn und ihr Bäcker auf der Anklagebank sitzt.
00:14:26: Freunde unbekannte Weggefährtenkunden.
00:14:29: Als der Bäcker den Gerichtsseil betritt, blickte er in viele bekannte Gesichter.
00:14:35: Alfred B. wiegt im Jahr zweitausend fünf als wäre er in den achtzigeren Stien geblieben Breite Kastenbrille Dicker Schnolzer Trachtenhemd und Weste.
00:14:44: Ein Bild von Heimatverbundenheit, Bida normal.
00:14:48: Unauffällig!
00:14:49: So wiegt er jedenfalls auf dem Foto.
00:14:52: Die Bilder zur heutigen Folge findet ihr auch wie immer auf unserem aktuellen Instagram-Post.
00:14:56: Ganz anders tritt seine Anwältin auf.
00:14:59: Sie sorgt selbst für Schlagzeilen mit ihrem
00:15:01: taffen
00:15:01: kühlen und energetischen Auftreten.
00:15:05: Mein Mandant will weder zu Person noch zum Tatvorwurf etwas sagen.
00:15:10: Erklärt sie im Saal.
00:15:11: Später sagt sie in einem Interview Es sei ein Fall extremer Vorverurteilung.
00:15:16: So etwas habe sie noch nie
00:15:18: erlebt.".
00:15:20: Der Staatsanwalt Martin Renninger sagt, Alfred B. habe um jeden Preis Bargeld bekommen und deshalb auch die drei Zeugen töten wollen.
00:15:28: Doch als das Urteil fällt sind nicht nur die Staatsanwaltschaft sondern auch viele Siegelsbacher zutiefst verwundert.
00:15:35: Die beiden überlebenden treten im Prozess als Nebenkläger auf und sagen ganz klar der Bäcker war es doch genau.
00:15:42: in diesen Aussagen hat das Gericht Zweifel Das Erinnerungsvermögen des Bankangestellten sei wegen der schweren Kopfverletzungen nicht zuverlässig.
00:15:51: Und auch der Rentner Hermann C. habe sich unmittelbar nachdet hat, unsicherer geäußert als später vor Ermittlern und dem Gericht.
00:15:59: Die Verteidigung verweist auf mögliche Suggestieffragen durch Polizei- und Ärzte.
00:16:05: Für Richter Wolfgang Bender reichen die Aussagen der Opfer allein deshalb nicht für eine
00:16:10: Verurteilung.".
00:16:12: Auch die Herkunft des Geldes im Haus von Eifrig B bleibt unklar.
00:16:16: Schwarzgeld, sagt der Angeklagte nur dazu.
00:16:20: Kurz nach der Tat stieg im Wald Rauch von einer Feuerstelle auf.
00:16:23: In der Asche hat man später geschmolzene Reste von Gummi entdeckt.
00:16:27: Dieses Material passt genau zu den besonders hochwertigen Jagdstiefeln, die der An geklagten Nachweislich besessen hat.
00:16:35: Das wirkt zunächst belastend – doch das Gericht sagt Es ist kein eindeutiger Beweis, denn theoretisch könnte jemand diese Gummireste auch nachträglich in die Feuerstelle gelegt haben um den Bäcker zu belasten.
00:16:50: Es gebe zwar viele Punkte, die man zulasten des Angeklagten interpretieren könne aber nicht müsse.
00:16:56: und dann ist da noch der Zeuge der Alfred B am Tartag um exakt dreizehn auf fünfzig auf der Straße gesehen haben will.
00:17:03: ein Detail das nicht so den übrigen Indizien
00:17:06: passen will
00:17:07: hat Ein Jahr zuvor der Satz der Bäcker war es, das kleine Siegelsbach durcheinander gebracht.
00:17:13: Sind jetzt nicht nur die Worte des Angeklagten, der die ganze Zeit beteuert?
00:17:17: Ich weiß nicht!
00:17:19: Sondern….
00:17:20: Der Urteilspruch – der Ange klagte wird freigesprochen Und jetzt wollen wir an dieser Stelle euch mit einbinden.
00:17:32: Wie seht ihr das?
00:17:33: Reichen euch diese Indizien aus um Alfred B. als Täter zu sehen oder ist es für euch denkbar dass ihn jemand gezielt in diese Lage gebracht hat?
00:17:42: Fehlt euch ein entscheidender Beweis oder ergibt sich für euch schon ein klares Bild?
00:17:47: Schreibt uns eure Meinung gerne in die Kommentare unter diese Folge.
00:17:52: Der Richter sagte übrigens, er sei erst noch davon ausgegangen, dass eine Verurteilung ziemlich sicher zu erwarten sei.
00:17:59: Ein zentraler Vorwurf richtet sich auch gegen die Polizei Sie habe sich zu früh auf den Bäckermeister als Täter festgelegt und dabei mögliche andere Spuren nicht ausreichend verfolgt.
00:18:11: Richter Bender drückte es wie folgt aus.
00:18:14: Das Entsetzen über die Tat darf nicht blind machen, für bloße Gefälligkeitsurteile ist in einem Rechtsstaat kein Raum.
00:18:21: und er sagt weiter ...
00:18:28: Das Urteil sorgt für großes Entsetzten vor allem auch bei Staatsanwalt Martin Renninger.
00:18:33: Für ihn ist klar ein krasses Fehlurteil das keinen Bestand haben wird.
00:18:40: Auch die Opfer reagieren geschockt.
00:18:42: Rentner Hermann C., der die Tat nur knapp überlebt hat, ist so erschüttert dass er fast in Ohnmacht fällt.
00:18:49: Seine Familie ist fassungslos – die Tochter sagt, mein Vater kann nicht mehr nach Hause!
00:18:54: Er hat
00:18:54: Angst und wir haben Angst um ihn.
00:18:58: Auch der Anwalt des Bankangestellten ist entsetzt.
00:19:01: für ihn das Urteil an Justizskandal.
00:19:04: Im Ort selbst breitet sich Unsicherheit aus.
00:19:06: Viele fragen, was passiert, wenn der Angeklagte zurückkehrt?
00:19:11: Bürgermeister Ulrich Kremsler spricht von einer zweifellos schwierigen Situation.
00:19:17: Denn viele Siegelsbacher haben Angst vor einem Mann, den Zeugen im Prozess als verschlossen und je zornig beschrieben
00:19:23: haben.".
00:19:25: Der Staatsanwalt reagiert sofort und legt Revision ein.
00:19:29: Erst überzeugt das bei der Beweiswürdigung Fehler gemacht wurden Die Indizien seien nicht im Zusammenhang bewertet worden, sondern jeweils für sich.
00:19:39: Für ihn steht fest vor der nächsten Instanz hat dieses Urteil keinen Bestand und auch über den Ort hinaus wächst die Empörung.
00:19:49: Fast zweitausend Menschen mehr als Siegesbach Einwohner hat unterschreiben einen offenen Brief.
00:19:55: darin ist von einem Skandalurteil die Rede von einer Entscheidung jenseits des Gerechtigkeitsempfindens.
00:20:02: Selbst unter Juristen heißt es immer wieder, dieses Urteil sei eindeutig falsch.
00:20:08: Jetzt wird entscheidend sein ob das ...
00:20:19: Und während der Bundesgerichtshof grüft geht das Leben in Siegelsbach weiter.
00:20:24: Im Ort hat sich bereits vieles verändert.
00:20:26: Die Bäckerei von Alfred B ist pleite und wurde wenige Wochen nach dem Banküberfall geschlossen.
00:20:32: Kurz nach dem Freispruch zeigt sich der Bäcker wieder im Ort.
00:20:36: Die Nachbarn reagieren unterschiedlich, manche sprechen mit ihm als wäre nichts gewesen, andere meiden ihn.
00:20:42: Einige wechseln sogar die Straßenseite und der Bauer, der Alfred B. im Prozess entlastet hat will plötzlich überhaupt nichts mehr sagen!
00:20:50: Im Mai des Jahrhunderts hebt der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts Heilbronn auf.
00:20:55: Der Fall wird zur neuen Verhandlung eines Landgerichtstuttgart verwiesen.
00:21:00: Unabhängig davon zeigt sich schon an diesem Punkt, welche Wucht ein solches Urteil entfalten kann.
00:21:06: Und genau darüber wollen wir jetzt sprechen und zwar mit der forensischen Psychologin Dr.
00:21:10: Gilda Giebel.
00:21:12: Gilder was macht es mit Menschen insgesamt?
00:21:15: Also mit der Öffentlichkeit wenn ein Urteil fällt das viele für falsch halten?
00:21:21: also was die öffentlichkeit betrifft ist dass Sicherheitsgefühl erst mal erschüttert.
00:21:26: Die Öffentlichkeit hat ja eigentlich Vertrauen in die Justiz, aber das wird dann kurzfristig erst mal brüchig.
00:21:32: Menschen haben ein starkes Bedürfnis danach.
00:21:35: es ist wenig Ambivalenz gibt dass alles sehr eindeutig ist.
00:21:38: also man möchte ganz klar wissen ist derjenige schuldig oder nicht?
00:21:42: und wenn dann so einen Urteil revidiert wird kann er's auch zur Emotionalisierung und auch zur Polarisierung führen.
00:21:50: Psychologisch kann man dazu auch noch sagen, dass Menschen besonders sensibel auf mögliche Fehlurteile reagieren.
00:21:56: Weil das eben Grundängste berührt.
00:21:59: Ja?
00:21:59: Man glaubt immer ach Gott es könnte mir ja vielleicht auch passieren ich bin gar nicht wirklich sicher.
00:22:04: Und was macht das dann mit den Betroffenen deiner Meinung nach?
00:22:09: Was Opfer betrifft Da ist es natürlich so, dass zu einer massiven Retraumatisierung kommen kann.
00:22:16: Weil sie natürlich ihre eigene Wahrnehmung in Fragestellen daran zweifeln auch an ihrer Erinnerungen und sind auch schockiert das Justiz daran zweifelt.
00:22:26: Das gibt dann Gefühle von Ohnmacht- und Kontrollverlust.
00:22:29: Sie haben das Gefühl, dass sie nicht geschützt werden vom System Und das ist für Überlebende besonders belastend weil ihre Aussage indirekt infrage gestellt wird.
00:22:43: Die Kritik aus Karlsruhe ist deutlich.
00:22:45: Der Freispruch sei nicht plausibel, wichtige belastende Indizien seien übersehen oder falsch bewertet worden.
00:22:52: Konkret wirft der Bundesgerichtshof dem Gericht vor, einzelne Hinweise zu früh verworfen zu haben – nur weil sie für sich genommen nicht eindeutig waren.
00:23:02: Dabei gilt auch mehrere Indizin die einzeln nicht ausreichen können in ihrer Gesamtheit ein klares Bild ergeben.
00:23:11: Genau das habe das Landgericht nicht berücksichtigt.
00:23:13: Genau das hatte schon der Staatsanwalt kritisiert.
00:23:17: Ein Beispiel ist die Identifizierung des Angeklagten.
00:23:20: Sie war nicht hundertprozentig sicher, hatte aber dennoch einen Beweiswert, der nicht einfach ausgeblendet werden durfte.
00:23:28: Ähnlich verhälte sich bei anderen Spuren – Blut im Auto, Hinweise vom Tatort auffällig viel Bargeld!
00:23:34: Für all das gab es keine überzeugende Alternative Erklärung.
00:23:38: Trotzdem wurde es nicht ausreichend gewichtet.
00:23:42: Auch der zentrale Zeuge, der Bauer, der Alfred B zur Tatzeit im Auto gesehen haben will, wurde aus Sicht des Bundesgerichtshofs Falsch beurteilt.
00:23:51: Der Mann ist bereits Anfang siebzig und war kurz vor dem Überfall an den Augen operiert worden.
00:23:56: Die genaue Uhrzeit will er von der Kirchturmuhr abgelesen haben.
00:24:01: Auffällig ist jedoch bei seiner ersten Vernehmung durch die Polizei hatte er diese Kirchtumuhr Überhaupt nicht erwähnt.
00:24:13: Im November, startet die Neuauflage des Prozesses mit demselben Angeklagten und derselben Aussage.
00:24:20: Ich sitze unschuldig hier.
00:24:23: Seine Anwältin stellt zusammen mit einem zweiten Verteidiger mehr als vierzig Beweisanträge um die Unschuld ihres Mandanten zu belegen.
00:24:32: Den Großteil davon lehnt die Kammer ab.
00:24:35: Gerade die Anwältin steht im Fokus vieler Zuhörer.
00:24:38: Die Stimmung im Sitzungssaal ist aufgeheizt Denn inzwischen glauben nur noch wenige daran, dass Alfred B. unschuldig ist.
00:24:46: Für viele ist er ein geldgieriger eiskalter Mörder.
00:24:50: Doch das ist keine Glaubensfrage!
00:24:52: Das Gericht muss den Fall jetzt neu bewerten.
00:24:55: Eine wichtige neue Entwicklung?
00:24:58: Die ehemalige Verlobte von Alfred B., die im ersten Prozess noch die Aussage verweigert und zu ihm gehalten hatte, äußert nun Zweifel.
00:25:07: Sie nennt einen Detail, dass ihr ungewöhnlich erschien.
00:25:11: Am Nachmittag des Tattages habe ihr Verlobter seine Kleidung gewechselt und seiner Mutter zum Waschen gegeben.
00:25:17: Zugleich bestätigte sie, dass er über Schwarzgeld verfügte und sein Geld sehr ordentlich sortierte.
00:25:24: Außerdem sagt sie, das er schon seit Jahren regelmäßig Müll im Wald verbrannt habe.
00:25:30: Bis zu diesem Zeitpunkt wollte auch eine andere Frau nicht aussagen.
00:25:34: Jetzt hat sie es sich anders überlegt – auch weil ihre Mutter sie dazu ermutigt hat!
00:25:39: Per Fax kündigt Simone B., die Tochter des Bäckers an, dass sie vor Gericht sprechen will.
00:25:44: Gemeinsam mit ihrem Anwalt erscheint sie im Gerichtssaal.
00:25:47: Immer wieder kämpft sie mit den Tränen.
00:25:50: An vieles kann sich die twenty- jährige Konditorin nicht erinnern und doch geht es ihr um einen Punkt.
00:25:57: Sie will den Vorwurf entkräften, Ihr Vater habe aus Geldnot gehandelt.
00:26:02: Sie berichtet von Ausgrenzung im Dorf davon wie Menschen die Straßenseite wechseln wenn sie ihr begegnen.
00:26:08: Ich versuche, das nicht mehr so nah an mich heranzulassen", sagt sie.
00:26:12: Seit fast einem Jahr ist Simone B wegen Angstzuständen in
00:26:16: Behandlung.".
00:26:18: Im Mittelpunkt stehen für das Gericht die Aussagen der beiden überlebenden Opfer.
00:26:22: Trotz schwerster Verletzungen wollen Sie den Täter erkannt haben – für dieses Gericht sind Ihre Aussagen glaubwürdig und zuverlässig!
00:26:29: Auch die zentralen Indizien sprechen für Alfred B., eine DNA-Spur in seinem Auto, Bargeld in auffälliger Stückelung und sein finanzieller Druck.
00:26:38: Damit stellt sich aber weiterhin die Frage nach dem Motiv.
00:26:42: Ich möchte das an dieser Stelle einmal einordnen, wir haben hier einen sozial integrierten Mann ohne bekannte Gewalt vor Geschichte der bei einem Banküberfall plötzlich extremer zielgerichtete Gewalt ausübt und offenbar systematisch Zeugen ausschalten will und zugleich finanziell unter Druck steht.
00:27:02: kann ein Mensch in so eine Lage geraten, dass er die Kontrolle verliert und gleichzeitig so zielgerichtet Gewalt ausübt.
00:27:10: Aus psychologischer Sicht besteht hier kein Widerspruch weil es möglich ist das es eine Art emotionale Überlastung gibt und dabei dennoch zielgerechtetes Verhalten möglich ist.
00:27:21: Kontrollverlust bedeutet in dem Kontext nämlich nur das Hemmschwellen wegfallen und dabei ist man aber immer noch handlungs- und steuerungsfähig.
00:27:29: Wenn man sich jetzt die Dynamik der Tat anschaut, war es so dass zwar im Hintergrund sich ein wirtschaftlicher Druck aufgebaut hat aber das war nicht allein ausreichend.
00:27:41: Entscheidend war die subjektive Zuspitzung nämlich dass der Täter dachte es gibt keinen Ausweg mehr und er hatte dann auch Angst entdeckt zu werden.
00:27:49: Dadurch als er nicht maskiert war erhöhte das Bedrohungserleben massiv.
00:27:55: Für ihn war dann die Gewaltanwendung, die einzige notwendige Lösung seines Problems weil er ja nicht entdeckt werden wollte.
00:28:07: Interessant ist wenn man sich die Persönlichkeit des Täters anschaut dass er keine Gewalt vor Geschichte hatte aber doch gewaltfähig ist.
00:28:17: das heißt es gibt eine Mischung bei.
00:28:18: ihm hat ne Latente Disposition dazu.
00:28:22: Er hat sich in einer akuten Krise befunden Und dann ist die Situation eskaliert.
00:28:27: Auffällig ist auch, dass sein Verhalten nach der Tat doch sehr ruhig war.
00:28:33: also er zeigt auch eine unauffällige soziale Interaktion mit anderen Menschen und das spricht ihn gegen so einer totale Entgleisung.
00:28:41: Es spricht eher dafür, dass sie sich schnell wieder stabilisiert hat und das Ganze auch emotional abspalten konnte.
00:28:48: Das spricht dann eher für eine zielgerichtete Gewalttat unter hoher innere Anspannung
00:28:55: Und diese Einschätzung, die wir eben gehört haben, dass der Täter nicht in völliger Kontrolllosigkeit handelte sondern offenbar zielgerichtet wird für das Stuttgarter Gericht später entscheidend.
00:29:06: Anders als im ersten Prozess werden die Indizien jetzt zusammen bewertet und nicht mehr einzeln.
00:29:13: Die Gesamtheit der Indizin bringt die Gewissheit sagt Richter Hahn.
00:29:19: Nach Überzeugung des Gerichts muss die Tat wie folgt abgelaufen sein Alfred B. verlässt die Sparkasse in dem Glauben, drei Menschen beseitigt zu haben, die ihn identifizieren könnten.
00:29:30: Er kehrt in seine Bäckerei zurück, wirft seine blutverschmierte Kleidung in die Waschmaschine und fährt anschließend ins Waldgebiet.
00:29:37: Dort verbrennt er seine Gummi-Stiefel.
00:29:40: Am Ende bleiben nur die Metallschnallen in der Feuerstelle zurück.
00:29:45: Auch den Einwand der Verteidigung.
00:29:47: Alfred B entspreche nicht im Bild eines Mörders weiß das Gericht zurück.
00:29:51: Richter Hahn sagt Wir erleben sogar Familienväter, die brutale Taten begehen und da nach einen Kaffee trinken gehen.
00:29:59: Auch die Aussage des Bauern, die dem Angeklagten im ersten Prozess noch den Freispruch eingebracht hatte, bewährte das Stuttgarter Gerichten ganz anders.
00:30:07: Für den Vorsitzendenrichter ist klar – der Zeuge wollte den Angeklarken erkennbar entlasten!
00:30:13: Auch seine zeitliche Angabe hält das Gericht für nicht
00:30:16: glaubhaft.".
00:30:18: Nach sechsundzwanzig Verhandlungstagen fehlt im April zwei tausend acht.
00:30:22: das Urteil Zuvor beteuert der Bäcker in seinem Schlusswort noch einmal seine Unschuld.
00:30:29: Er sagt, ich habe niemals einen Bankraub oder einen Mord begangen.
00:30:33: Doch das sieht der Vorsitzende Richter Wolfgang Hahn anders.
00:30:37: Er verkündet das Urteil.
00:30:40: Lebenslange Haft wegen Mordes und räuberische Erpressung mit Todesfolge – mit Feststellung der besonderen Schwere der Schuld.
00:30:48: Als Motiv nennt das Gericht die hohe Verschuldung.
00:30:55: Heute gibt es im Orten mehr als einen Bäcker.
00:30:57: Einer von ihnen backt sein Brot in der ehemaligen Sparkassen-Feliale, das Gebäude wurde umgestaltet.
00:31:03: Eine Sparkasse gibt es hier inzwischen nicht mehr – über den Fall selbst spricht kaum noch jemand!
00:31:08: Die Menschen weichen aus, wechseln auf die Straße die Seite oder das Thema.
00:31:13: Egal ob jung oder alt viele wollen Abstand.
00:31:15: man wolle das einfach nicht mehr hören.
00:31:19: Alfred B ist weiterhin nicht auf reim Fuß, fünfzehn Jahre hat er bereits verbüsst.
00:31:23: Doch dann kommt die nächste Entscheidung, weitere sieben Jahre.
00:31:27: Also insgesamt zwanzig Jahre Haft und selbst danach ist ihm die Freiheit nicht garantiert.
00:31:33: Dann muss ein Gericht erneut prüfen ob er entlassen werden kann.
00:31:38: Ein Fall der erst nach Jahren Die Richtung bekommen hat, die viele von Anfang an erwartet haben.
00:31:44: Ja... Der Fall des Bäckers aus Siegelsbach ist auch deshalb so besonders Weil er zeigt Es geht dem Gericht nicht nur darum was es für Hinweise gibt sondern vor allem, wie man sie bewertet.
00:31:57: Da merkt man erst wie sehr es am Ende davon abhängt, wie Menschen Beweise einordnen und dass selbst bei so vielen Indizien zunächst ein Freispruch stehen kann.
00:32:07: Für die Angehörigen muss das kaum zu ertragen gewesen sein – kein Urteil der Welt kann ihr leidrückgängig machen!
00:32:13: Aber es muss zumindest eines leisten… Die Fakten ernst nehmen … Sie sauber bewerten und auf dieser Grundlage zu einer rechtlich belastbaren Entscheidung kommen.
00:32:27: Damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angekommen.
00:32:29: Ein großes Dankeschön an Dr.
00:32:31: Gelder Giebel für Ihre Einschätzung zum Fall!
00:32:57: Euer Mölko
00:32:58: und eure Farine.
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