Dein Freund, der Täter: Thomas Rung
Shownotes
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00:00:09: Eine dreizehn Jahre lange Mordserie.
00:00:12: Sieben Opfer!
00:00:14: Doch all die Jahre erkennt ihr mittlerweile keine Serie.
00:00:18: Als schließlich klar wird, dass die Morde von ein und demselben Täter begangen wurden, sagt dieser über sich selbst...
00:00:26: Ich bin kein Mensch – ich bin ein Untier.
00:00:31: Wir sprechen heute über Berlins berüchtigsten Serienmörder der Nachkriegszeit.
00:00:40: Seitdem sitzt er hinter Gittern.
00:00:42: Ein Leben in Freiheit wird es für den heute Mitte-Sächsigjährigen wohl nie mehr geben, auch auf eigenen Wunsch.
00:00:51: Willkommen zu Tata Deutschland!
00:00:53: Ich bin Farina Kiemse
00:00:55: und mein Name ist Merko Kazimier.
00:00:57: Schön, dass ihr wieder mit dabei seid.
00:01:16: Warum der Täter so lange nicht gefasst wird hat nicht nur mit den Ermittlungsmethoden.
00:01:23: Vor allem liegt es daran, dass wir's hier mit einem Serienmörder zu tun haben.
00:01:27: Der seine Mordmotive mischt wie ein Spieler einen Karten deckt.
00:01:32: Viele Serien-Mörder folgen einem klaren Muster.
00:01:36: Man nennt das auch den Modus operandi.
00:01:39: Doch dieser Täter bildet eine Ausnahme.
00:01:42: Mal geht es um sexuelle Gewalt mal um Raub, mal um pure Kontrolle über das Opfer.
00:01:49: Ein eindeutiges Tagmuster Erkennen die Ermittler deshalb lange Zeit nicht, auch wenn das die mangelhafte Ermittlungsarbeit natürlich überhaupt nicht entschuldigt.
00:01:59: Ein renommierter Psychiater beschreibt den Täter vor Gericht als einen Serienkiller mit Teddybärscharm.
00:02:06: Nicht hoch Abnorm sondern nach außen hin teilweise sogar liebenswürdig.
00:02:13: Zahlreiche Experten versuchen zu verstehen, wie aus diesem Mann ein Serienmörder werden konnte und beschäftigen sich intensiv mit seiner Biografie.
00:02:22: Und die hat es in sich!
00:02:25: Aber dazu später mehr.
00:02:34: West-Berlin im November.
00:02:35: in der Stadt ist noch eine Insel eingeschlossen von der DDR.
00:02:41: Die Mauer steht.
00:02:43: Der kalte Krieg gehört zum Alltag.
00:02:45: Neukölln, rund um die Hermannstraße hat mit dem Szeneviertel das viele heute damit verbinden damals noch rein gar nichts
00:02:52: zu tun.
00:02:53: In vielen Wohnungen wird noch mit Kohleöfen geheizt.
00:02:55: Die Außenpassade der Häuser sind grau vom Rusch der vergangenen Jahrzehnte.
00:03:00: Das Grau und die Tristest der Straße werden in diesen Nächten eigentlich nur vom grellen Licht der Kneipendurchbruch.
00:03:06: drin sitzen die Gäste dicht an dicht.
00:03:09: die Fensterscheiben sind vom Rauch und von der Wärme beschlagen Hinter dem Glas blinken Spieleautomaten.
00:03:15: Am Tresen stehen halbvolle Bier- und Schnapsgläser, viele bleiben hier bis tief in den Nacht.
00:03:21: Nach Hause drängt es gerade niemanden
00:03:23: besonders.".
00:03:26: In einer dieser Kneipen im Silbersteineck sitzt am Abend des XXIII.
00:03:30: November, neunzehnhundertachzig ein Mann am Tresenn.
00:03:33: Irgendwann weit nach Mitternacht steht er auf und geht nach draußen.
00:03:37: Auf der gegenüberliegenden Straßenseite fällt ihm eine junge Frau auf – sie ist allein unterwegs!
00:03:44: Es ist Susanne M, zwarundzwanzig Jahre alt.
00:03:46: Studentin und Pfarrerstochter.
00:03:50: Sie ist auf dem Heimweg und will zur Bushaltestelle.
00:03:53: In diesem Moment trifft der Mann eine Entscheidung.
00:03:58: Später im Gerichtssaal wird er sagen ... Als ich sie sah, fasste ich den Entschluss, den nehme ich mir Und er wird auch sagen Das war meine schlimmste Tat.
00:04:13: Ihr folgt ihr hält Abstand und holt die junge Frau schließlich an einem kleinen Spielplatz in der Silbersteinstraße ein.
00:04:20: Dort packt er sie, zerrt sie zur Rutsche und versucht sie zu vergewaltigen.
00:04:25: Als ihm das nicht gelingt, zwingt er die Studentin ihn mit der Hand zu befriedigen.
00:04:31: Später wird er sagen, dass ihr in diesem Moment bereits wusste, dass sie sterben würde.
00:04:35: Schon der Gedanke Sie anzugreifen habe diesen Entschluss in ihm ausgelöst Es sei gewesen.
00:04:41: so beschreibt er es selbst Wie ein Tötungsrausch.
00:04:47: Er wirkt die Zwarenzwanzigjährige und tritt auf sie ein so lange, bis sie sich nicht mehr bewegt.
00:04:53: Der Mann glaubt, Sie sei tot.
00:04:55: Dann kniet er sich neben sie auf den Boden des Spielplatzes, nimmt Sand in die Hände ... Und schaufelt ihn über ihr Gesicht und ihren Oberkörper.
00:05:05: Doch Susanne M ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht tot!
00:05:09: Sie ist bewusstlos.
00:05:11: Der Täter begreppt sie unter Sand lebendig.
00:05:14: Und unter dem Sand erstickt die Zweihnzwanzigjährige.
00:05:21: An den Pfund ihrer Leiche erinnert sich der Berliner Oberstaatsanwalt Willi Wiedenberg später noch lange.
00:05:27: Dieses Bild, sagt er, habe ihn nie wieder losgelassen!
00:05:32: Die Ermittlungen beginnen sofort und tatsächlich gerät schon bald ein Mann ins Visier der Polizei – einem psychisch kranker junger Bewohner aus der Nachbarschaft.
00:05:41: Nachts wird er häufig mit seiner Gitarre auf genau diesem Spielplatz gesehen.
00:05:45: Als die Beamten seine Kleidung untersuchen, finden sie sogar Blutspuren, die der Toten zugeordnet werden.
00:05:51: Für die Ermittler ergibt sich daraus ein klares Bild.
00:05:54: Der junge Mann habe in jener Nacht auf der Bank Gitarre gespielt, sei mit der Studentin ins Gespräch gekommen und habe sie dann im Liebeswahn getötet – für die Polizei scheint der Fall gelöst.
00:06:06: Auch Oberstaatsanwalt Wiedenberg ist überzeugt den Täter gefunden zu haben.
00:06:10: Er beantragt den jungen Mann dauerhaft in eine geschlossene psychiatrische Klinik einzubeißen.
00:06:19: Doch dann kommt die überraschende Wände.
00:06:21: Sachverständige rekonstruieren den Ablauf der Nacht neu, um.
00:06:25: plötzlich wird klar ... Das
00:06:43: bedeutet zu diesem Zeitpunkt aber auch Der Mörder von Sane-M läuft noch immer frei durch Berlin.
00:06:51: Was die Ermittler damals nicht wissen, diese Tat ist bereits sein zweiter von insgesamt sieben Morgen.
00:06:57: Schon einmal ist es ihm gelungen mit einem Mord davon zu kommen.
00:07:01: Damals gerede ein anderer Mann ins Visier der Ermittlern.
00:07:05: und nicht nur das – der falsche Verdächtige wird schließlich verurteilt und landet für diese Tat sogar im Gefängnis.
00:07:18: Ein paar Wochen zuvor ebenfalls in Neukölln Silbersteinstraße, ein drei-stöckiger Berliner Altbau mit knarrenden Stufen und spärlichem Licht.
00:07:28: Im ersten Stock lebt damals die siebenundsiebzigjährige Melanie S., Sie ist die Vermieterin des Hauses.
00:07:35: Viele Bewohner beschreiben sie später als eigenwillige aber auch gesprächige ältere Dame.
00:07:41: Die Miete kassiert sie am liebsten persönlich.
00:07:45: Am Donnerstag, dem Dreizehnten Oktober, nineteenhundertdachzig, sucht der damals zwanzigjährige Mieter Michael M. sie in ihrer Wohnung auf.
00:07:53: Er ist mit der Miete im Rückstand.
00:07:56: Ein paar Stunden später ist die alte Dame Tucht.
00:08:02: Am Tatort finden Diamitler Fingerabdrücke von Michael M., er wird festgenommen und verhört.
00:08:08: Im Laufe der Vernehmungen legt der junge Mann schließlich ein Geständnis ab weil er den Druck der Ermittlungen nicht standhält.
00:08:17: vor Gericht Widerruft er dieses Geständnis zwar wieder, doch das hilft ihm nicht mehr.
00:08:23: Am vierzehnten März, fourzehnundetvierundachtzig verurteilt des Berliner Landgericht Michael M. wegen Mordes zu acht Jahren Jugendstrafe.
00:08:37: Erst sechs Jahre später stellt sich heraus ... Das Urteil war ein Justiz-Irtum.
00:08:43: Den am Abend des dreizehnten Oktoberen, neunzehntdreiundachzig sucht noch einen anderen Mieter des Hauses seine Vermieterin auf.
00:08:50: Dieser Mann tötet die sieben-sebzigjährige Melanie S. und nimmt anschließend achtzig D-Mark aus der Wohnung an sich.
00:08:57: Doch die Ermittler kommen ihm nicht auf die Spur, stattdessen sitzt ein Unschuldiger im Gefängnis!
00:09:02: Der wahre Täter bewegt sich derweil weiter durch Neukölln.
00:09:06: Nur wenige Wochen später schlägt er erneut zu.
00:09:09: Sein Opfer?
00:09:10: Die junge Studentin Susanne M., der Täter heißt Thomas Rung.
00:09:14: Ein Mann von fast einem Meter neunzig Größe, dunkelbraune Augen ... braune Haare, schnauze.
00:09:21: In den Achtzigerjahren wirkt er noch schlank.
00:09:23: Später bringt er rund hundert Kilo auf die Waage.
00:09:26: Im Prozess beschreibt ihn der Psychiater und Gutachter Wilfried Rasch als einen netten liebenswürdigen freundlichen Mann, der trotz seiner scheinbaren Normalität zu diesen Taten fähig gewesen sei – ein Mörder mit Teddybärscharm wie Rasch ihn nennt!
00:09:42: Unter anderen Umständen, so seine Einschätzung hätte dieser Mann vielleicht noch aus seinem Leben
00:09:47: gerettet werden können.
00:09:57: Den sogenannten Teddybär-Scharme entwickelt Thomas Rungen nicht in seiner Kindheit – denn die ist alles andere als behütet.
00:10:03: Sie ist geprägt von Gewalt-, Vernachlässigung und Missbrauch.
00:10:07: Stadtsschutz und Geborgenheit ist sein Zuhause ein Ort der Angst.
00:10:12: Thomas Rung wird am dritten Januar nineteenhundertsechzig als sechstes von sieben Kindern geboren.
00:10:18: Er wächst bis ins Märkische Viertel auf, im Norden Berlins.
00:10:24: Die Siedlung entsteht in den Sechzigerjahren um die Wohnungsnot in Westberlin zu lindern.
00:10:29: Tausende Familien ziehen in die neuen Wohnungen.
00:10:32: Doch schon bald bekommt das Viertl den Ruf eines sozialen Brennpunkts.
00:10:36: Lange Betonblöcke, anonyme Hausflure und wenig Kontrolle prägen den Alltag vieler Kinder, die dort aufwachsen.
00:10:44: Doch für Thomas Rung beginnt das eigentliche Problem nicht draußen zwischen den Betonblöcken des merkischen Viertels, sondern zu Hause.
00:10:53: Denn daheim in der Wohnung herrscht sein Vater – er gibt hier den Ton an!
00:10:58: Er ist Alkoholiker und führt die Familie mit harter Hand.
00:11:02: Die Mutter verlässt die Familie als Grund gerade zwei Jahre alt ist wegen eines anderen Mannes.
00:11:08: Später zieht die neue Frau des Vaters mit in den Haushalt ein.
00:11:12: Rung nennt sie Tante.
00:11:15: Sie muss dem Vater jeden Abend berichten, was während seiner Abwesenheit passiert ist.
00:11:19: Und abends fällt er dann sein Urteil über die Kinder.
00:11:24: Rung und seine Geschwister leben in ständiger Angst.
00:11:27: Schon als kleines Kind wird Thomas Rung vom Vater als feiges Schwein beschimpft.
00:11:32: Drohungen, Demütigungen und Schläge gehören zum Alltag!
00:11:36: Rung erzählt, er sei fast jeden Abend verprügelt worden.
00:11:40: Unter anderem benutzte seinen Vater dabei ein Hundestachelheitsband.
00:11:46: Doch für das Schicksal der Familie interessiert sich lange niemand.
00:11:51: Mit dreizehn Jahren versucht Thomas Rung schließlich, das Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
00:11:55: Er wirft einen schweren Zement-Sack aus dem dreizehnten Stock eines Hochhauses, in der Hoffnung seinen Vater unten auf der Straße zu treffen und zu töten – doch der Sack verfehlt ihn!
00:12:06: Es bleibt nicht der letzte Versuch, sich von seinem Peiniger zu befreien.
00:12:10: In der Schule kommt Thomas Rungen immer schlechter
00:12:12: zurecht….
00:12:13: Schließlich wird auf eine Sonnerschule geschickt und bricht die Schule mit vierzehn Jahren ab.
00:12:17: Stattdessen arbeitet er auf einem Schrottplatz in Berlin.
00:12:21: Zeitweise wohnt er sogar dort, beim Schrotthändler.
00:12:25: Schon bald zieht sein Vater mit der Stiefmutter und den anderen Kindern in ein Dorf nach Niedersachsen.
00:12:30: Rum bleibt zunächst allein im Berlin.
00:12:33: Doch irgendwann gibt er seinen Job auf und sieht ebenfalls dorthin.
00:12:37: Lange hält er es dort nicht aus.
00:12:39: Nach etwa zwei Jahren fliegt er wieder zurück nach Berlin – allein!
00:12:42: auf einem gestohlenen Mofa.
00:12:44: Kurz danach beginnt seine kriminelle Laufbahn, Diebstähle, Raubüberfälle, Körperverletzungen – es folgen die ersten Gefängnisaufenthalte.
00:12:54: Als Rogen zwanzig Jahre alt ist, hält die Jugendgerichtshilfe das Bezirksamts Willmersdorf in einen Bericht fest, er sei keinesfalls in der Lage eigenverantwortlich zu leben nicht einmal im bescheidenen Rahmen.
00:13:08: Rogen arbeitet zu dieser Zeit als Malerfachgehilfe hat Schwierigkeiten seine Miete zu bezahlen und trinkt immer mehr Alkohol.
00:13:15: Immer wieder landet er im Gefängnis, unter anderem wegen Raubüberfällen, Vergewaltigungen und Körperverletzung.
00:13:23: Diese Haftstrafen werden seine spätere Mordserie immer wieder unterbrechen.
00:13:29: Die einzige Person aus seiner Familie, die über all die Jahre hinweg Kontakt zu ihm hält ist eine siebenjahre ältere Schwester.
00:13:38: Als Thomas Rung zwanzig Jahre alt ist beginnt eine Serie von Taten die Berlin erschüttern wird.
00:13:45: Im Oktober, in der Sieben und siebzigjährige vermieter er.
00:13:50: Nur wenige Wochen später im November tötet ihr die Zweiundzwanzigjährige Pfarrers Tochter Susanne M auf einem Spielplatz.
00:13:57: In der Nacht zum ersten Dezember, überfällt er eine Fünfundachtzigjährigen Frau, beraubt sie und lässt sie auf einem Lagerplatz zwischen Bretter stapeln zurück.
00:14:07: Später wird die alte Frau totaufgefunden – sie ist erfroren!
00:14:14: Am frühen Morgen des Heiligabends, und wie er später selbst sagt ... Doch nach dieser Mordserie ist noch immer nicht Schluss.
00:14:43: Noch am selben Tag an Heiligabend versucht Rung eine Frau zu vergewaltigen, die gerade ihren Zeitungsladen öffnet.
00:14:51: Doch dann kommt ein Kunde hinzu und Rung bricht die Tat ab.
00:14:56: In diese Zeit fällt außerdem die Vergewaltigung einer Siebzehnjährigen – eine Tat, die bald schon Konsequenzen haben wird.
00:15:05: Im Sommer aus den letzten Jahren greift Rung in Berlin-Rheinischen Dorf erneut eine Frau an Eine Dreiundzwanzigjährige, die wegen einer Autopane am Straßenrand steht.
00:15:16: Zunächst bietet er ihr Hilfe an – dann vergewaltigt er sie.
00:15:21: Später sagt er, er habe die Tat von hinten begangen, damit Sie ihn nicht erkennen können.
00:15:26: Deshalb lässt er sie am Leben!
00:15:30: Schließlich wird Rogen verurteilt.
00:15:32: Bis Ninzehundertneunzig sitzt er wegen drei Vergewaltigungen und einer versuchten Vergewaltung im Gefängnis.
00:15:40: Doch noch immer ahnt niemand, dass dieser Mann ein Serienmörder ist.
00:15:50: Als Thomas Rung aus dem Gefängnis entlassen wird, ist der Ende zwanzig.
00:15:56: In Berlin hat sich inzwischen vieles verändert – die Mauer ist gefallen!
00:16:00: Eine Stadt, die schon immer als Insel der Freiheit galt, erlebt plötzlich einen neuen Aufbruch.
00:16:05: Berlin ist nun mehr denn je die Stadt der Freiheit.
00:16:08: Der Rungsfreiheit wird sehr bald wieder zur Gefahr für andere.
00:16:13: Noch im Spätsommer des selben Jahres vergewaltigt ein Berlin-Mitte die neunfünfzigjährige Hella K. Die Frau lebt in einem Abrisshaus, nach der Tat tötet er sie.
00:16:23: Er ertränkt sie in der Badewanne.
00:16:26: Als die Polizei Wochen später den Tod untersucht, wiegt zunächst alles wie ein Unglück.
00:16:31: Ein Unfall in der Badewanne.
00:16:33: Wieder einmal bleibt der Täter unentdeckt.
00:16:36: Danach beginnt die längste Phase scheinbarer Normalität in Rungsleben.
00:16:41: Er lernt Christine kennen, sie ist zwei Jahre jünger als er und sie gehört bereits zur Familie.
00:16:47: Christine ist die Tochter seines Stiefbruders Eckhardt – also seine Stiefnichte!
00:16:53: Mit ihr fördert Rung eine Beziehung und für einen Moment scheint es als könnte sein Leben eine andere Richtung
00:16:59: nehmen.
00:17:00: In nineteenhundertneunzig wird der Vater eines Sohnes.
00:17:03: Die neue Rolle macht ihn zunächst glücklich doch die Beziehungen zu Christina bleibt
00:17:08: angespannt.
00:17:09: Immer wieder geht es um Rungs-Alkoholproblem.
00:17:15: In der Giustiz in Konflikt erneut.
00:17:17: Wegen einer alkoholbedingten Straftat wird er verurteilt und anschließend in die abgeschlossene Abteilung der Karl Bonnhöfer Nervenklinik eingewiesen.
00:17:27: Dort verlangt er selbst eine Begutachtung.
00:17:30: Er wollte verstehen, sagte den Ärzten, warum er so aggressiv sei?
00:17:35: Von seinen Morden erzählt allerdings nichts!
00:17:38: Die Mediziner konzentrieren sich vor allem auf sein Alkoholproblem.
00:17:42: Niemand erkennt, dass in dieser Klinik ein Mann sitzt, der zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Frauen getötet hat.
00:17:49: Im September, wird Thomas Rung wieder entlassen.
00:17:53: Die Prognose gilt als günstig.
00:17:56: Im späteren Mordprozess wird ein Gutachter rückblickend sagen ... Vielleicht hätten einige der folgenden Morde verhindert werden können, wenn Rung damals wegen seiner psychischen Probleme behandelt worden wäre und nicht nur wegen seines Alkohol-Konsums.
00:18:12: Aber dazu kommt es nicht – Rung ist wieder auf freiem Fuß!
00:18:16: Auch privat gerät sein Leben nun immer mehr aus den Fugen.
00:18:20: Die Beziehung zu Christine zerbricht.
00:18:22: Der kurze Versuch eines Familienlebens scheitert….
00:18:27: Und mit dem Ende dieser scheinbaren Normalität endet auch die Pause seiner Mord-Serie.
00:18:33: Thomas Rung zieht wieder durch Berlin und bald wird er erneut
00:18:39: töten.".
00:18:43: Im Februar fünfundneunzig hat Rung wieder einmal mit seinen Gefühlen zu kämpfen, er fühlt sich tief verletzt, ergibt sein Stiefbruder den Vater seiner Exfreundin Christine die Schuld an der Trennung.
00:18:55: als dieser ihn darauf anspricht weniger zu trinken und ihm sagt
00:19:00: Hör auf zu saufen!
00:19:02: Eskaliert die Situation.
00:19:04: Rung schlägt sein Stiefbruder nieder, bis dieser bewusst bloß ist.
00:19:09: Dann ertränkt er ihn in der Badewanne und verlässt die Wohnung mit tausend Achthundert D-Markt.
00:19:14: Und jetzt wiederholt sich wieder etwas was wir gerade schon gehört haben – die Polizei stuft den Tod zunächst als Badeunfall ein.
00:19:23: Doch nur drei Tage später am achtentzwanzigsten Februar fünfund neunzig schlägte Rung er neu zu.
00:19:28: Er vergewaltigt die thirty- vierjährige Gabriela Pie in ihrer Wohnung.
00:19:33: Sie ist für ihn keine Unbekannte, sondern die beste Freundin seiner Exfreundin.
00:19:39: An diesem Morgen sind ihr Mann und die Kinder bereits aus dem Haus als Rungen bei ihr auftaucht.
00:19:44: Später wird er über sie sagen
00:19:45: ... Nach der Vergewaltigung erwirkt er sie im Schlafzimmer.
00:19:55: Um die Tat zu verdecken legt er anschließend Feuer in der Wohnung.
00:19:59: Doch diesmal geht sein Plan nicht auf.
00:20:02: Trotz des Brandes fällt der Verdacht schnell auf ihn.
00:20:06: Als die Polizei ihn verhört, schweigt Rung zunächst stundenlang.
00:20:11: Doch dann beginnt er zu reden und hört nicht mehr auf.
00:20:16: Dener Mittler sagt er schließlich einen Satz, der Ihnen noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
00:20:20: Er sagt ... Denn mit einem Mal gesteht dieser Mann sechs weitere Morde und eine ganze Reihe von Raub- und Sexualdelikten.
00:20:46: Das Geständnis des damals thirty- vierjährigen Thomas Rogen zwischen nineteenhundertdreiundachtzig und nineteenhundertfünfundneunzig insgesamt sieben Menschen getötet zu haben löst bei den Ermittlern großes Entsetzen aus, denn sollte sich seine Aussage bestätigen würde unweigerlich einer andere Frage aufkommen Wie konnte dieser Mann so lange unentdeckt bleiben?
00:21:09: Und haben Polizei und Justiz in den Jahren zuvor schwere Fehler gemacht?
00:21:14: Fast zehn Monate lang überprüfen Polizei- und Staatsanwaltschaft jedes Detail seiner Aussagen.
00:21:20: Tatorte, Akten, alte Ermittlungen – alles wird noch einmal neu aufgerollt!
00:21:26: Schon kurz nach seiner Festnahme sorgt Rung auch öffentlich für Aufsehen.
00:21:31: Am sechzehnten März, nineteenhundertfünfundundneunzig erscheint das Magazin Stern mit ihm auf dem Titel.
00:21:37: Die Schlagzeile?
00:21:39: Ich gestehe!
00:21:41: Für das Interviewerhältrung «Fünfzigtausend Mark» Geld, dass später größtenteils für seine Verteidigung verwendet wird.
00:21:50: Als schließlich klar ist, dass seine Aussagen stimmen beginnt der Prozess vor dem Berliner Landgericht am dreißigsten Januar, neunzehnhundertsechsundneuntzig.
00:21:58: Das Interesse ist enorm.
00:22:00: Im Gerichtssaal bleibt kein Platz frei.
00:22:03: Vor den Türen drängen sich die Zuschauer, später sagt Rung selbst ... Die wollten alle des Monster sehen!
00:22:12: Doch lange dauert das Verfahren nicht.
00:22:15: Weil Rung nichts beschönigt und keiner Frage ausweicht ist der Prozess bereits nach fünf Tagen beendet.
00:22:20: Das Urteil?
00:22:21: Zweimal lebenslänglich plus Sicherungsverwahrung.
00:22:25: Die
00:22:25: Gutachter attestieren ihm volle Schuldfähigkeit.
00:22:28: Thomas Rung habe genau gewusst
00:22:30: was er tat.
00:22:38: Damit sitzt nach all den Jahren und all den Morden endlich der richtige Täter im Gefängnis.
00:22:45: Doch mit der Anklage gegen Thomas Rung kommt noch etwas anderes ans Licht, ein gewaltiger Justizier-Tum.
00:22:52: Für den Mord an Vermieterin Melanie S. hatte zuvor ein anderer Mann
00:22:56: gebüßt.
00:22:57: Michael M. saß sechs Jahre lang unschuldig im Gefägnis.
00:23:01: Sein Alibi wurde damals nie gründlich überprüft.
00:23:04: Erst nach dem Rungen die Tat gesteht wird der Fall neu aufgerollt.
00:23:08: Im August neunzig spricht das Berliner Landgericht Michael M schließlich frei.
00:23:13: Für die Jahre im Gefängnis erhält der dreißigtausend D-Mark Haftentschädigung.
00:23:19: Der Fall Thomas Rung zeigt also auch, bei den Ermittlungen sind über Jahre hinweg schwere Fehler passiert.
00:23:26: Rung selbst ist sich später bewusst dass seine Mordserie heute vermutlich viel schneller aufgeklärt worden wäre.
00:23:32: Moderne DNA Spuren sagten er hätten ihn möglicherweise schon nach dem ersten Tat überführt.
00:23:37: Doch wer denkt, mit dem Urteil sei die Geschichte zu Ende?
00:23:41: Denn auch nach seiner Verurteilung wird Thomas Rung noch einmal Schlagzeilen machen.
00:23:47: Rung sagt
00:23:47: ... Wenn mich im Knast einer anmacht, könnte ich den Tod machen!
00:23:53: Zu verlieren hätte ich sowieso nichts mehr.
00:23:57: Nach der Verurteilung kommt er in die Justizvollzugsanstalt in Berlin Tegel und ist der größten Gefängnis Deutschlands für männliche Straftäter mit langen Haftstrafen.
00:24:08: Auch dort fällt Rung schnell auf.
00:24:10: Nicht nur wegen seiner fast zwei Meter großen Statur, unter den Mitgefangenen genießt er Respekt oder besser gesagt man lässt ihn lieber in Ruhe.
00:24:20: Doch auch im Gefängnis gerät er immer wieder ein Konflikte.
00:24:23: Seine Akte fühlt sich erneut.
00:24:25: Tätlichkeiten, Bedrohungen, Beleidigungen von Bediensteten ... Rung sitzt in einer Einzelzelle.
00:24:32: Dort hat er einige Privilegien an Vorhängeschloss eine Schreibmaschine einen Gameboy und eine Fünf-Kilo Handel.
00:24:41: Am einundrassigsten Juli, kommt es dann zu einem schweren Zwischenfall.
00:24:46: Der sechsundzwanzigjährige Mithäftling Brian L besucht Rung in seiner Zelle.
00:24:52: Rung greift ihn im unbeobachteten Moment von hinten an, schlägt ihm auf den Kopf und wirkt ihn mit einer in einen Handtuch gewickelten Handel bis der Mann bewusstlos ist.
00:25:03: Dann verlässt er die Zelle und sperrt sich hinter sich zu.
00:25:06: Brian L überlebt den Angriff.
00:25:08: Er kommt wieder zu Bewusstsein, macht auf sich aufmerksam und wird schließlich vom Wachpersonal gefunden.
00:25:14: Zehn Tage lang muss er im Krankenhaus behandelt werden.
00:25:18: Rung selbst schweigt zu den Vorwürfen.
00:25:21: Über seine Anwälte lässt er lediglich ausrichten.
00:25:23: Sein Mithäftling habe zuvor seine Schreibmaschine gestohlen.
00:25:27: Und als ich ihn dann auch noch mit seinem Gameboy-Spielen gesehen habe ... sei er ausgerastet!
00:25:47: Doch damit ist, was inzwischen kaum noch überrascht.
00:25:50: Noch lange nicht Schluss!
00:26:04: Nicht weil Rung damit handelt, sondern wie er später sagt.
00:26:07: Weil ihn der Mann damit immer wieder nervt.
00:26:10: Vor Gericht beschreibt Rung den Angriff später in seiner knappen Art dann auch mit den Worten
00:26:15: ...
00:26:21: Er schlägt Günter Kerr mit der Faust ins Gesicht und wirkt ihm bis der Mann bewusstlos zusammenbricht.
00:26:27: Rung glaubt sein Opfer sei tot.
00:26:29: Er hängt ihm ein Zettel um den Hals, darauf steht Ich bin ein Junkie Ich klaue, betrüge und belüge Taschengeldempfänger.
00:26:38: Dann schiebte ihn unter das Bett.
00:26:40: Später sagte zu einem Bediensteten nur ... Man könne in seiner Zelle einen entsorgen.
00:26:47: Doch Günter K. überlebt, schwer verletzt und mit bleibenden Sprachstörungen.
00:26:52: Für diesen Angriff wird Runganfang-Vier von Berliner Landgericht wegen versuchten Todschlags zu zehn Jahren Freitstrafe verurteilt.
00:26:59: Zusätzlich zu seiner ohnehin lebenslangen Strafe – und noch etwas kommt hinzu?
00:27:04: Eine zweite Sicherungsverwahrung.
00:27:06: Spätestens jetzt ist klar, Thomas Rung wird das Gefängnis nie wieder verlassen.
00:27:13: Nach dem Vorfall wird er zunächst nach Berlin-Morbit verlegt.
00:27:17: Im Rahmen eines gefangenen Austauschs kommt noch Niedersachsen.
00:27:21: Schließlich in die Justizvollzugsanstalt
00:27:23: Zelle.
00:27:28: Aber dann tritt tatsächlich eine Wende im Leben von Thomas Rungen ein.
00:27:34: Da ist er bereits Anfang.
00:27:36: Fünfzig Fachleute im Strafvollzug beobachten bei ihm eine spürbare Veränderung seines Verhaltens.
00:27:43: Über einen längeren Zeitraum bleibt er ohne neue Straftaten und auch im Gefängnisalltag scheint sich etwas zu verändern.
00:27:52: Rung beginnt, seine Aufgaben im Vollzug ernstzunehmen.
00:27:56: Anerkennung für seine Arbeit wird ihm wichtig.
00:27:59: Zum ersten Mal, so berichten Beobachter später, zeigt er so etwas wie Kritikfähigkeit und versucht sein Verhalten entsprechend anzupassen.
00:28:08: Neben seiner Arbeit im Gefängnis beginnt er außerdem Schulabschlüsse nachzuholen.
00:28:14: Zwei-tausendzehn macht der Imgefängnis seinen Hauptschulabschluß.
00:28:17: Später beginnt ja sogar eine Ausbildung zum Polsterer die ihr fünf Jahre später erfolgreich abschließt.
00:28:24: Rung selbst sagt, dass ihm das alles nicht leicht gefallen sei.
00:28:27: Schon seit seiner Kindheit habe er große Schwierigkeiten gehabt sich zu konzentrieren Besonders der Schreibenfalle im schwer.
00:28:36: Und doch gelingt ihm etwas, dass man ihn früher kaum zugetraut hätte.
00:28:39: Über Jahre hinweg bleibt er im Gefängnis stabil und weitgehend unauffällig.
00:28:44: Doch diese Entwicklung verläuft nicht ohne Rückschläge.
00:28:48: Immer wieder brechen alte Muster durch.
00:28:51: Nach einem Zwischenfall folgt in Zelle erneut einzulhaft.
00:28:56: Und der von ihm so sehr gewünschte Umzug zurück nach Berlin rückt in weite
00:29:00: Ferne.".
00:29:27: sehr eines Tages als eine Art Gnade.
00:29:30: Seine Lebensgeschichte ist inzwischen auch in einem Buch festgehalten, der Titel stammt von einem Satz, den Rung selbst einmal gesagt
00:29:36: hat.
00:29:38: Ich bin kein Mensch!
00:29:40: Ich bin ein Untier.
00:29:42: Geschrieben wurde das Buch vom Journalisten Peter Nickel.
00:29:45: für seine Recherchen hat er Rogen mehrfach im Gefängnis besucht und sich intensiv mit seiner Biografie und seiner Familiengeschichte beschäftigt.
00:29:53: Herausgekommen ist ein erschütterndes Psychogramm.
00:29:56: Das Vorwort stammt vom Professor Adolf Galwitz, Polizeipsychologe und Kriminalexperte.
00:30:01: Darin macht er deutlich, Rung sei kein isoliertes Ungeheuer.
00:30:06: Kein völlig fremdes Monster außerhalb der Gesellschaft!
00:30:09: Vielmehr sieht Galwiz in ihm auch ein Produkt der Umstände unter den er aufgewachsen ist.
00:30:15: Das Böse schreibt er lasse sich nicht einfach einsperren und damit aus der Welt schaffen.
00:30:21: Und selbst wenn es für Thomas Rung persönlich kaum Hoffnung gebe könne seine Geschichte So geil wird's, dennoch etwas anderes auslösen.
00:30:29: Die Hoffnung auf solchen Biografien zu lernen über den Verlauf krimineller Karrieren, über die Rolle von begünstigten Umständen und über den Einfluss traumatischer
00:30:39: Erfahrungen.".
00:30:41: Und eins ist noch mal ganz wichtig an dieser Stelle zu sagen – nichts davon entschuldigt seine Taten!
00:30:49: Für die Morde das Leid und die Qualen, die er seinen Opfern und deren Angehörigen zugefügt hat gibt es Keine Entschuldigung.
00:30:57: Das weiß Thomas Rung auch selbst.
00:30:59: und dennoch wirft seine Geschichte eine Frage auf, der man kaum ausweichen kann.
00:31:04: Hätte es vielleicht einen früheren Punkt in seinem Leben gegeben an dem er einen anderen Weg hätte einschlagen können?
00:31:12: Und in diesem Moment stelle ich mir auch eine Frage.
00:31:15: Thomas Rungen ist eines von sieben Kindern – alle wachsen in einer gewaltgeprägten Familie auf!
00:31:20: Warum also wird ausgerechnet eher später zum Täter und seine Geschwister
00:31:25: nicht?".
00:31:26: Wir haben in diesem Podcast schon oft mit psychiaterem Psychologen gesprochen und eine Einschätzung hört man dabei immer wieder.
00:31:32: Eine gewalttätige Kindheit allein macht noch keinen Mörder, viele Menschen wachsen unter schwierigen manchmal sogar brutalen Bedingungen auf – und werden trotzdem keine Täter.
00:31:42: Das heißt nicht dass diese Erfahrungen keine Rolle spielen im Gegenteil.
00:31:47: Experten und Expertinnen sagen oft das eine solche Kindheit ein Nährboden sein kann!
00:31:52: Aber sie ist selten die einzige Erklärung.
00:31:55: Am Ende kommen meist mehrere Faktoren
00:31:57: zusammen.".
00:32:00: Der psychiatrische Gutachter Wilfried Rasch, der Thomas Rungen im Verfahren begutachtet hat und ihn einmal als den Mörder mit dem Teddybär Scharn beschrieb, bezeichnet den Fall deshalb auch als besonders komplexe.
00:32:13: Rasch – der in seiner laufbaren zahlreiche Gewaltverbrecher untersucht hat – sucht in Rungsbiografie nach möglichen Erklärungen.
00:32:22: Dabei stößt er auf mehrere prägende Erlebnisse, in dessen früher Kindheit.
00:32:27: Die Mutter verlässt die Familie als Thomas Rung gerade einmal zwei Jahre alt ist.
00:32:31: Danach prägen Härte und Gewalt den Alltag der Kinder.
00:32:35: Rung selbst beschreibt später gegenüber dem Gutachter, die Stiefmutter habe in der Familie wie eine Richterin über allen gestanden.
00:32:43: Für rasch entsteht daraus das Bild eines immer wiederkehrenden, dehmütigenden Rituals Erfahrungen, die nach seiner Einschätzung tiefe Spuren in der Entwicklung des späteren Täters hinterlassen haben dürften.
00:33:18: diskutiert gerne mal unter dem Post zu dieser Folge auf unserem Instagram-Account von Tattoo Deutschland oder bei Spotify in den Kommentaren.
00:33:30: Thomas Rung hat sich mit seinem Leben hinter Gittern arrangiert, heute ist er Mitte sechzig.
00:33:35: die Haare sind grau geworden.
00:33:37: körperlich wirkt er noch vergleichsweise fit hilft inzwischen sogar älteren Mitinsaßen im Alltag.
00:33:44: Er hat auch das erreicht was lange sein Wunsch war.
00:33:47: Rung hatte immer gesagt meine Knochen gehören nach Berlin.
00:33:52: Inzwischen sitzt er wieder in der Justizvollzugsanstalt Tegel ein.
00:33:57: Dort arbeitet er als sogenannte Hausarbeiter, er prutzt die Gemeinschaftsräume, verteilt das Essen und kümmert sich um organisatorische Dinge auf der Station.
00:34:07: Dafür erhält er ein kleines Gefängnisgehalt.
00:34:11: Besonders kümmelt er sich um einen deutlich älteren Mithäftling, der mit dem Alltag im Gefängniskaum noch zurechtkommt.
00:34:17: Rung hilft ihm beim Ausfüllen von Anträgen, organisiert Termine und übernimmt vieles was der Mann selbst nicht mehr schafft.
00:34:24: Vom Einkaufen bis zum Kochen.
00:34:27: Eine Rückkehr in die Freiheit kann sich Thomas Rung heute kaum noch vorstellen.
00:34:31: Er sagt er wolle sein lebenslanges Bleiberecht im Gefängnis einen Anspruch nehmen.
00:34:37: Theoretisch könnte er im Jahr twenty-fünfunddreißig einen Antrag auf vorzeitige Entlassungen stellen.
00:34:42: dann wäre er Mitte siebzig.
00:34:45: Doch Rung glaubt, dass er in diesem Alter draußen kein neues Leben mehr beginnen könnte.
00:34:50: Hinter den Gefängnismauern hat er sich über die Jahre eine feste Struktur aufgebaut.
00:34:56: Solange er selbst keinen Antrag stellt wird ihn die JVART-Tegel auch nicht gegen seinen Willen entlassen.
00:35:04: Über sich selbst sagt er ... Seinen Platz in der
00:35:12: Gesellschaft hat Thomas Rung auch nie gefunden!
00:35:16: In der zweiten Hälfte seines Lebens jedoch scheint er hinter den Gefängnismauern zumindest etwas von dem zu finden, was ihm draußen nie gelungen ist.
00:35:24: Struktur, Ordnung und einen festen Alltag zu haben!
00:35:27: Mit seiner Rückverlegung nach Berlin sind auch persönliche Kontakte wieder leichter möglich – seine Schwester und seinen Sohn halten weiterhin Kontakt zu ihm und besuchen ihn.
00:35:37: Emotionale Stabilität geben ihnen in all den Jahren Hintergittern außerdem die zahlreichen Briefe, die er von Frauen erhält… Ein Phänomen, das schwer zu begreifen ist.
00:35:47: Das uns immer wieder überrascht und dass auch nach den vielen Fällen hier im Podcast in denen wir über Serienmörder berichtet haben dem Gefängnis Post von Frauen bekommen noch immer schwer nachvollziehbar
00:35:58: erscheint.".
00:36:04: Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Ausgabe angekommen!
00:36:08: Wir danken euch fürs Zuhören.
00:36:11: Das Kript dieser Ausgabe hat Ariane Werner erstellt.
00:36:13: Recherchiert mit Artikeln, Podcasts und Dokus vom Tagesspiegel, ABB, Spiegel, RTL II, TATS, Berliner Korea, BZ und Welt.
00:36:23: Aufnahme Farina Kirmse Schnitt Zora Alba Postproduktion durch Schwarz Audio Berlin Und damit bis zum nächsten Fall Euer Mirko
00:36:33: und Eurer Farina.
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